Geburtstagsgrüße aus dem Gericht
: Trump gratuliert Melania von Prozess um Pornostar-Schweigegeld

Trump hat seiner Frau Melania von einem ganz besonderen Ort aus zum Geburtstag gratuliert: aus dem Gericht, in dem ihm der Prozess um das Pornostar-Schweigegeld gemacht wird.
Von
Philipp Staedele
New York
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Former US President Donald Trump leaves the courtroom during a break his trial for allegedly covering up hush money payments linked to extramarital affairs, at Manhattan Criminal Court in New York City on April 26, 2024. Trump's defense team vied to probe holes in tabloid publisher David Pecker's testimony during the trial on April 25, after jurors heard days of testimony regarding a plot to kill salacious stories that could have thwarted the Republican's 2016 White House bid. (Photo by JEENAH MOON / POOL / AFP)

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump vor dem Gerichtssaal.

JEENAH MOON/AFP

Ganz besondere Geburtstagsgrüße für die ehemalige amerikanische First-Lady Melania Trump: ihr Mann Donald sendete ihr Geburtstagsgrüße direkt aus dem Gericht in New York, wo dem Ex-Präsidenten im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar der Prozess gemacht wird.

Melania Trump bekommt Geburtstagsgrüße der besonderen Art

„Zunächst möchte ich meiner Frau Melania alles Gute zum Geburtstag wünschen. Es wäre schön, mit ihr zusammen zu sein, aber ich bin im Gerichtsgebäude wegen eines manipulierten Prozesses“, sagte Donald Trump am Freitag vor dem Gerichtssaal, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Der 77-Jährige fügte hinzu, Melania feiere ihren 54. Geburtstag im Bundesstaat Florida, wo er nach der Sitzung auch hinfliegen wolle.

Warum ist Trump überhaupt vor Gericht?

Trump ist im Kontext der Unterdrückung eines Sexskandals vor Gericht. Die Anklage wirft ihm vor, er habe den Ausgang der US-Präsidentenwahl 2016 mit der Zahlung von 130 000 Dollar Schweigegeld an Porno-Darstellerin Stormy Daniels beeinflussen wollen. Die Transaktion selbst war zwar nicht illegal, bei der Rückerstattung des Geldes an seinen Anwalt Michael Cohen habe Trump jedoch Geschäftsunterlagen gefälscht, um ihren eigentlichen Zweck zu verschleiern, so die Vorwürfe. Die Zahlung der Summe selbst ist unbestritten.

"Eiskaltes Gerichtsgebäude" - Trump poltert im Gerichtssaal

Trump nutzt den weltweit beachteten Strafprozess in New York - den ersten jemals gegen einen ehemaligen US-Präsidenten - regelmäßig für Wahlkampfauftritte vor dem Gerichtssaal. So beschwerte er sich am Freitag erneut über die für sein Empfinden zu niedrige Temperatur in Raum 1530: „Wir haben einen weiteren Tag vor Gericht, ein eiskaltes Gerichtsgebäude. Ich glaube, es ist absichtlich sehr kalt hier“, so Trump.

Einem dpa-Mitarbeiter zufolge, der das Geschehen im Saal verfolgt, ist es zwar etwas zugig, sodass einige Beobachterinnen und Beobachter eine extra Lage Kleidung tragen - von eiskalten Temperaturen kann aber keine Rede sein. „Wir haben ein eiskaltes Gerichtsgebäude, und das ist in Ordnung – es ist einfach in Ordnung“, schimpfte Trump trotzdem und suggerierte, dass es sich bei der Sitzungssaal-Temperatur um Schikane gegen ihn persönlich handle: „Es ist ein manipulierter Prozess.“