Trotz Niederlagen in Thüringen und Sachsen: Linke sieht sich „mit zwei blauen Augen“ davongekommen

Das war's: Der einzige Ministerpräsident der Linken, Bodo Ramelow, hat die Wahl in Thüringen verloren. Bei der Kür seines Nachfolgers wird seine Partei wohl ein Wort mitzureden haben.
Jacob Schröter/dpaMinus 17,9 Prozentpunkte in Thüringen, minus 5,9 in Sachsen – ausgerechnet in zwei ostdeutschen Stammländern haben die Linken bei den Landtagswahlen katastrophal abgeschnitten. Von einem „bitteren Wahltag“ sprach am Montag die thüringische Landesvorsitzende Ulrike Grosse-Röthig.
Der scheidende Co-Chef der Bundespartei, Martin Schirdewan, erklärte das schlechte Abschneiden mit einer „internationalen Verschiebung nach rechts“. Aber auch die Neugründung des Bündnisses Sahra Wagenknecht habe sehr geschadet.
CDU-Mann Voigt könnte auf die Linken angewiesen sein
Trotzdem sei man „mit zwei blauen Augen“ davongekommen, sagte Schirdewan. Er bezog sich damit zum einen auf den Gewinn der beiden Leipziger Direktmandate, die nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde dennoch den Einzug in den sächsischen Landtag möglich machten. Zum andern werden in Thüringen die Linken trotz der Abwahl von Bodo Ramelow als Ministerpräsident politischen Einfluss behalten. Denn ein möglicher CDU-Regierungschef Mario Voigt wird mangels eigener Mehrheit wohl auf das Wohlwollen der Linken angewiesen sein.
Einer Kooperation CDU–Linke steht ein Beschluss der Bundes-CDU entgegen. Wie weit dieser Bestand haben wird, ist aber offen. Bei den thüringischen Linken schließt man ein Tolerierungsmodell jedenfalls nicht aus.

