Terrorverdacht in Deutschland: Iranischer Spion soll Anschläge in Berlin geplant haben

Polizeibeamten aus Düsseldorf schützen die Synagoge in Düsseldorf.
David Young/dpa- Polizei verhaftet Dänen mit iranischen Wurzeln wegen Terrorverdachts in Berlin.
- Verdächtiger soll im Auftrag iranischer Quds-Brigaden jüdische Ziele ausspioniert haben.
- Mögliche Anschlagsziele: Deutsch-Israelische Gesellschaft und Zentralrat der Juden.
- Verdächtiger fertigte Fotos und sammelte Informationen zu Zielpersonen.
- Ermittlungen laufen; weitere Informationen erwartet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Laut der Zeitschrift „Spiegel“ soll der Iran Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Die Bundesanwaltschaft nahm in dem Zuge bereits in der vergangenen Woche in Dänemark einen mutmaßlichen Spion, einen Dänen mit afghanischen Wurzeln, fest, der im Auftrag einer Eliteeinheit des iranischen Regimes gehandelt haben soll.
Ali S. soll bereits Fotos von den Einrichtungen in Berlin gemacht sowie mögliche Zielpersonen ausgekundschaftet haben. Zu den Anschlagszielen sollen der Sitz der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sowie ein Gebäude, in dem sich der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, gelegentlich aufhalten soll, gehören. „Dies diente mutmaßlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen in Deutschland, möglicherweise bis hin zu Anschlägen gegen jüdische Ziele“, so die Bundesanwaltschaft. Das Bundesamt für Verfassungsschutz leitete den Angaben zufolge Erkenntnisse über ihn weiter. Ali S. wurde bereits am Donnerstag in Aarhus von Beamten des dänischen Geheimdiensts festgenommen.
Auftraggeber sollen die Quds-Brigaden der iranischen Revolutionswächter, eine Eliteeinheit des Militärs des Teheraner Regime sein.
Dänische Beamte hätten den Mann am vergangenen Donnerstag in Aarhus, der zweitgrößten Stadt des skandinavischen Landes, festgenommen, teilte die oberste deutsche Anklagebehörde weiter mit. Er soll nun nach Deutschland überstellt und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet. Das Bundeskriminalamt führe die polizeilichen Ermittlungen.
Jüdische Einrichtungen in Deutschland zuletzt stärker geschützt
Israel hatte am 13. Juni den Iran angegriffen und landesweit Ziele bombardiert. Als Begründung führte die Regierung die Bedrohung durch Irans umstrittenes Atomprogramm an - Israel befürchtet, die Islamische Republik könnte eine Atombombe bauen. Der Iran bestreitet dies und reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen. Inzwischen gilt eine Waffenruhe.
Die Innenministerien von Bund und Ländern hatten nach Beginn des israelischen Angriffs die Maßnahmen zum Schutz israelischer und jüdischer Einrichtungen noch einmal verstärkt.
Mit Material von dpa.
