Terrorverdacht in Augsburg
: IS-Sympathisant festgenommen – Herrmann sieht „keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne“

Der Asylbewerber soll Medienberichten zufolge Kontakt zum IS gehabt haben. Nun sitzt der Mann in Abschiebehaft.
Von
Amelie Schröer
Augsburg
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Augsburg - Christkindlesmarkt: 06.12.2024, Bayern, Augsburg: Stände des Christkindlesmarktes stehen vor dem Rathaus. Nach der Festnahme eines mutmaßlichen IS-Sympathisanten in Augsburg gibt es laut Bayerns Innenminister Herrmann keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne des Mannes oder auf eine konkrete Gefährdung für Christkindlmärkte in Bayern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Iraker soll auf dem Christkindlesmarkt in Augsburg einen Anschlag geplant haben.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Bayerische Polizei vereitelt geplanten Anschlag auf Augsburger Weihnachtsmarkt.
  • 37-jähriger irakischer Asylbewerber Ali Al-G. festgenommen.
  • Verdacht auf Kontakte zum IS und Verherrlichung von Dschihad im Internet.
  • Ali Al-G. kam Anfang 2023 nach Deutschland.
  • Er sitzt nun in Abschiebehaft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die bayerische Polizei hat womöglich einen Anschlag auf dem Augsburger Weihnachtsmarkt verhindert. Wie die Welt unter Berufung auf eigene Recherchen mitteilte, habe die Polizei einen 37-jährigen irakischen Asylbewerber festgenommen, der in Verdacht steht, einen Terroranschlag geplant zu haben. Demnach soll der Mann den Weihnachtsmarkt ausgespäht und Kontakte zum IS gehabt haben. Das bestätigte am Freitagvormittag auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Nach Welt-Informationen wurde Ali Al-G. am Mittwochabend in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Augsburg von den Beamten festgenommen. Zuvor soll er den Weihnachtsmarkt ausgespäht und in diesem Zuge „Fotos“ gemacht haben. Im Fokus der Polizei stand er aber bereits vorher, da der 37-Jährige in Kontakt mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gestanden haben soll. „Seit Oktober dieses Jahres hatten unsere Sicherheitsbehörden den Iraker auf dem Schirm, unter anderem aufgrund von Hinweisen über Beiträge auf Social Media“, sagte Herrmann.

Ein ausländischer Nachrichtendienst war auf die Internetaktivitäten des Irakers aufmerksam geworden. Demnach verherrlichte Ali Al-G. immer wieder den Dschihad und postete Videos von Hinrichtungen und Selbstmordattentaten, bei denen mit Sprengstoff ausgerüstete Fahrzeuge als tödliche Waffe eingesetzt wurden.

Festgenommener kam Anfang 2023 nach Deutschland

Ali Al-G. plante offenbar ähnliches auf dem „Christkindlesmarkt“. Laut Welt habe er darüber gesprochen, mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt fahren zu wollen. Herrmann betonte in einem Statement, dass darüber hinaus aktuell aber keine akute Terrorgefahr bestehe: „Es gab und gibt derzeit laut unseren Sicherheitsbehörden aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne oder auf konkrete Gefährdungen für Christkindlmärkte in Bayern.“ Dennoch sei die Gefährdungslage insbesondere durch den islamistischen Terrorismus bundesweit weiterhin sehr hoch. „Unsere Sicherheitsbehörden sind deshalb höchst wachsam, wie der aktuelle Fall zeigt. Für uns hat die Sicherheit auf Weihnachtsmärkten hohe Priorität!“, so Herrmann.

Nach Informationen der Welt kam Ali Al-G. Anfang 2023 nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Nach seiner Festnahme befindet er sich in Abschiebehaft in Eichstätt. Nach Herrmanns Worten hat das Amtsgericht Augsburg die Abschiebungshaft zur Gefahrenabwehr angeordnet. Parallel laufen strafrechtliche Ermittlungen.