Spektakel am Weißen Haus
: Blut und Spiele – so lief der Käfigkampf zu Trumps 80. Geburtstag ab

Umstrittenes Kampfsportspektakel nach dem Geschmack des Präsidenten: Zu seinem 80. Geburtstag veranstaltet Donald Trump martialische Kämpfe am Weißen Haus. Kritiker halten das für Irrsinn, seine Fans skandieren „USA, USA“.
Von
dpa
Washington
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UFC Freedom 250: dpatopbilder - 14.06.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump (l) gratuliert Sean O'Malley nach dessen Kampf im Bantamgewicht gegen Aiemann Zahabi im Rahmen der UFC Freedom 250. Foto: Mark Schiefelbein/AP photo/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

US-Präsident Donald Trump gratuliert Sean O'Malley nach dessen Kampf in der Arena am Weißen Haus. D

Mark Schiefelbein/AP photo/dpa
  • Trump ließ zu seinem 80. Geburtstag UFC-Kämpfe vor dem Weißen Haus austragen.
  • Über 4000 Zuschauer waren vor Ort, weitere Fans wurden im Ellipse-Park erwartet.
  • Kritiker klagten gegen das Event, ein Gericht wies die Klage als zu spät ab.
  • Trump erschien mit UFC-Chef Dana White, es gab „Happy Birthday“-Rufe und die Hymne.
  • Kämpfer dankten Trump, teils wurden Verschwörungstheorien gerufen – „USA, USA“ dominierte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Fliegende Fäuste, mit Blut verschmierte Gesichter – und ein zufrieden wirkender Donald Trump. Der US-Präsident verfolgt an seinem 80. Geburtstag ein Kampfsportspektakel direkt vor dem Weißen Haus. Und das nur Stunden, nachdem er triumphierend den Abschluss eines Iran-Abkommens verkündet.

Am Washingtoner Himmel hängen am späten Sonntagabend (Ortszeit) dunkle Gewitterwolken. Als die ersten Kämpfer aus dem Weißen Haus auf die achteckige, käfigartige Arena zulaufen, ist Trump schon da. Er ist einer von mehr als 4000 Zuschauern, die sich direkt vor seinem Amtssitz die martialischen Käfigkämpfe der Profiliga Ultimate Fighting Championship (UFC) ansehen. Vor Ort sind auch viele Kabinettsmitglieder, Trumps Familie und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Mehr als 120.000 weitere Schaulustige waren zudem bei einem Fan-Fest im angrenzenden Ellipse-Park erwartet worden.

Kämpfe als Mega-Spektakel

Das Event hat alles, was es braucht, um Trump zu gefallen. Der US-Präsident gilt als Fan der Mixed Martial Arts – einem oft blutigen Kampfsport, der Techniken vereint, unter anderem aus dem Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu.

  • UFC Freedom 250 Trump: 15.06.2026, USA, Washington: Präsident Donald Trump, First Lady Melania Trump, UFC-Präsident und CEO Dana White und weitere Personen posieren nach der UFC Freedom 250 auf dem South Lawn des Weißen Hauses am Montag, dem 15. Juni 2026, in Washington für ein Foto im Octagon. Foto: Alex Brandon/AP Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Auf dem Rasen vor dem Weißen Haus war der achteckige Ring für einen UFC-Käfigkampf aufgebaut – ein Event als Feier des 80. Geburtstags für Donald Trump.

    Alex Brandon/AP Pool/dpa
  • 776510421: US President Donald Trump stands in The Octagon with UFC CEO Dana White at the conclusion of the "UFC Freedom 250" mixed martial arts event on the South Lawn of the White House in Washington, DC, in the early morning hours of June 15, 2026. (Photo by Kent NISHIMURA / AFP)

    Ein Spektakel ganz nach seinem Geschmack: US-Präsident Donald Trump spendet Applaus nach Abschluss der Käfigkämpfe. Neben ihm Dana White, der Chef der Organisation „Ultimate Fighting Championship“ (UFC).

    KENT NISHIMURA/AFP
  • UFC Freedom 250: 15.06.2026, USA, Washington: Die Fan-Zone der UFC Freedom 250 zeigt Zuschauer, die sich auf dem Gelände rund um das Washington Monument versammelt haben, während im Hintergrund die Installation „The Claw“ zu sehen ist. Das Bild entstand in Washington, D.C., während der Veranstaltung im Weißen Haus, die im Rahmen der Feierlichkeiten zu „America 250“ stattfand und mit dem 80. Geburtstag von Präsident Donald Trump zusammenfiel. Foto: Matt Kaminsky/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die Fan-Zone für das Event war auf dem Gelände rund um das Washington Monument aufgebaut, im Hintergrund die Installation „The Claw“.

    Matt Kaminsky/ZUMA Press Wire/dpa
  • UFC Freedom 250: 14.06.2026, USA, Washington: Meta-CEO Mark Zuckerberg gratuliert Sean O'Malley nach dessen Sieg gegen Aiemann Zahabi bei ihrem Bantamgewichtskampf im Rahmen der UFC Freedom 250 auf dem South Lawn des Weißen Hauses. Foto: Alex Brandon/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Prominenter Gast: Milliardär und Meta-Chef Mark Zuckerberg (links) gratuliert dem Kämpfer Sean O'Malley.

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  • UFC Freedom 250: 14.06.2026, USA, Washington: Michael Chandler wartet im Grand Foyer des Weißen Hauses vor seinem Leichtgewichts-Kampf gegen den Brasilianer Mauricio Ruffy im Rahmen der UFC Freedom 250. Foto: Saul Loeb/Pool AFP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Aufwärmen im Weißen Haus: Kämpfer Michael Chandler wartet im Grand Foyer vor seinem Leichtgewichts-Kampf auf seinen Auftritt

    Saul Loeb/Pool AFP/AP/dpa
  • UFC Freedom 250 Trump: 15.06.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania Trump, UFC-Präsident und CEO Dana White sowie weitere Gäste posieren nach der UFC Freedom 250 auf dem Südrasen des Weißen Hauses. Foto: Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Der Sonnenkönig und seine Gratulanten: US-Präsident Donald Trump, First Lady Melania Trump, UFC-Präsident Dana White und weitere Gäste posieren im Ring.

    Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa
  • 776510421: Aleksandre Topuria (R) assists his brother, Georgia’s Ilia Topuria (C), as they leave after losing the lightweight title bout against US fighter Justin Gaethje during the "UFC Freedom 250" mixed martial arts event on the South Lawn of the White House in Washington, DC, early morning on June 15, 2026. (Photo by Brendan SMIALOWSKI / AFP)

    Abgang eines Verlierers: Kämpfer Ilia Topuria (Mitte) wird aus dem Ring gebracht.

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  • 776510421: FBI Director Kash Patel stands with singer Alexis Wilkins at the conclusion of the "UFC Freedom 250" mixed martial arts event on the South Lawn of the White House in Washington, DC, in the early morning hours of June 15, 2026. (Photo by Kent NISHIMURA / AFP)

    Das bizarre Spektakel war auch ein Pflichttermin für Trumps Regierung und andere Gäste: im Bild FBI-Direktor Kash Patel mit Sängerin Alexis Wilkins.

    KENT NISHIMURA/AFP
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UFC-Boss Dana White ist sein Freund und unterstützte ihn auch im Wahlkampf. Zu Beginn des Events treten sie gemeinsam auf den Balkon des Weißen Hauses. „Happy Birthday“-Rufe ertönen aus der Menge. Die Nationalhymne wird angestimmt. Jets fliegen über die gewaltige Kuppelkonstruktion namens „The Claw“ (die Kralle), die über der Kampfarena errichtet wurde und das Weiße Haus überragt.

Kämpfe als Geschenk für Trump?

Kritiker hatten versucht, das Event mit einer Klage zu verhindern. Sie werfen Trump vor, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, „um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent zu veranstalten – mit all den Werbe- und Branding-Möglichkeiten, die ein solcher Zugang mit sich bringt“. Ein US-Gericht wies die Klage jedoch ab. Die Einwände seien zu spät eingebracht worden, argumentierte es unter anderem.

Schon an Trumps 79. Geburtstag fand in der US-Hauptstadt eine umstrittene Großveranstaltung statt: eine Militärparade mit schweren Panzern und Drohnen, Fallschirmspringern und Helikoptern. Offizieller Anlass damals: ein Festakt zum 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner nahmen es allerdings eher als Geschenk für Trump höchstpersönlich wahr. Auch in diesem Jahr entsteht bei einigen dieser Eindruck: Offizieller Anlass ist dieses Mal der 250. Unabhängigkeitstag der USA, der allerdings auf den 4. Juli fällt.

„Immer wenn du denkst, ein Tiefpunkt sei erreicht, legt er noch einen drauf“, sagte Joseph Tiernan, der als einer von wenigen vor Ort gegen die Veranstaltung demonstriert.

Kämpfe als Chance auf Zuspruch

Ganz anders sieht das Teenager Gage Mentusk. Dass die UFC die Veranstaltung am Weißen Haus austrage, sei „mega cool“, sagte er. Er ist mit seinem Freund extra aus Pennsylvania angereist, um sich die Kämpfe anzuschauen. Für den US-Präsidenten ist das Spektakel eine Chance, bei UFC-Fans und Teilen der eigenen Basis zu punkten.

Seine Umfragewerte sind seit längerem schlecht. Doch zumindest dort, wo er die Kämpfe verfolgt, ist von Kritik nichts zu spüren. „USA, USA“ skandieren Angehörige des Militärs – und auch für Trump persönlich gibt es Zuspruch.

Kampfsportler Bo Nickal bedankte sich bei ihm und White. Der US-Präsident grinst darauf in die Kamera. „Es braucht schon eine ganz besondere Person, um den Mut zu haben, so etwas zu tun, und ich habe großen Respekt vor ihm“, sagte Nickal.

Ein anderer Kämpfer nutzte die Bühne, um eine Verschwörungstheorie über die frühere First Lady Michelle Obama aufzugreifen: „Michelle Obama ist ein Mann. Habe ich recht, Amerika?“, rief Josh Hokit.

Kämpfe als Ausdruck von Stärke

Die Kämpfer im Käfig vor dem Weißen Haus strotzen nur so vor Kraft und Stärke. Es sind Eigenschaften, die Trump bewundert – und mit denen er auch selbst gerne in Verbindung gebracht wird.

Bei seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres war er der älteste Präsident, der in den USA jemals für das Amt vereidigt wurde. Seitdem gab es immer wieder Spekulationen zu seinem Gesundheitszustand. Ausgelöst wurden diese etwa durch Blutergüsse an seinen Händen oder Aufnahmen von Events, die den Präsidenten mit geschlossenen Augen zeigten. All das befeuerte die Frage: Ist der Präsident fit genug für sein Amt?

Trumps Leibarzt attestierte ihm jüngst eine weiterhin „exzellente Gesundheit“. Im Alter von nun 80 Jahren hat der Präsident ein großes Interesse daran, etwaige Zweifel daran zu zerstreuen.

Kämpfe als Kontrast zum G7-Gipfel

Direkt nach dem Kampfsport-Spektakel, das sich bis weit in die Washingtoner Nacht zog, wollte Trump zum Gipfel der führenden Industrienationen (G7) im französischen Évian aufbrechen. Statt auf schwitzende Kämpfer dürfte er dort auf zahlreiche Staats- und Regierungschefs stoßen. Noch offene Fragen zur vorläufigen Iran-Übereinkunft dürften spätestens dann wieder mehr in den Fokus rücken.