Spanische Nordafrika-Exklave: Sondersitzung der EU-Innenminister zur Ceuta-Krise am Dienstag

Europäisches Parlament: Die EU-Innenminister werden sich am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung mit der Ceuta-Krise befassen (Symbolfoto).
Elisa Schu/dpa- EU-Innenminister beraten am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung über die Ceuta-Krise.
- Anlass ist die Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave an der Grenze zu Marokko.
- 22 EU-Staatslenker fordern Maßnahmen gegen „massenhafte und unkontrollierte Grenzübertritte“.
- Pedro Sánchez verlangt eine Sondersitzung und kritisiert „egoistische“ Reaktionen anderer Staaten.
- Laut Spanien kamen bis zu 60.000 Menschen an, mindestens 67 starben – die meisten kehrten zurück.
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Die EU-Innenminister werden sich am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung mit der durch die Ankunft zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta ausgelösten Krise befassen. Die irische EU-Ratspräsidentschaft kündigte am Samstag im Onlinedienst X an, die Minister würden sich in einer Videokonferenz mit den „Entwicklungen in Ceuta“ befassen.
Die Sondersitzung der Innenminister hatten die Staatslenker von 22 EU-Mitgliedstaaten in einem gemeinsamen Brief gefordert, den unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterschrieben hatte. Dabei solle es darum gehen, „massenhafte und unkontrollierte Grenzübertritte“ künftig zu verhindern, hieß es in dem Schreiben. Initiiert worden war der Brief von der rechtsgerichteten italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihrer dänischen Kollegin Mette Frederiksen.
Spanien fordert EU-Sondersitzung
Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hatte in einem separaten Schreiben an die Spitzen der europäischen Institutionen ebenfalls eine Sondersitzung der EU-Innenminister gefordert. Angesichts der europäischen Kritik am Umgang seines Landes mit der Migrationskrise in Ceuta warf Sánchez einigen Mitgliedstaaten eine „egoistische“ und „rechtswidrige“ Reaktion vor. Drohungen anderer Länder mit einem Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum bezeichnete er als „demagogisch“.
Auslöser des Streits war die Ankunft zehntausender Migranten in Ceuta, das an Marokko grenzt. Seit Wochenbeginn waren bis zu 60.000 Menschen von Marokko auf dem Land- oder Seeweg in das Gebiet gekommen, wie der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska sagte. Mindestens 67 Migranten kamen nach Angaben der spanischen Regierung auf dem Weg nach Ceuta ums Leben. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kehrte mittlerweile „fast die Gesamtheit“ der angekommenen Migranten nach Marokko zurück.
