Schüsse in Washington
: Pentagon will Nationalgardisten auf mehr als 2500 aufstocken

Nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten will die US-Regierung mit einer Aufstockung der Nationalgarde und der Sicherheitsüberprüfung von Afghanen reagieren. Der Tatverdächtige arbeitete selbst mit US-Spezialkräften.
Von
afp
Washington
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Two National Guard members shot blocks from White House: Law-enforcement officers secure the area after a shooting in downtown Washington, on November 26, 2025. On November 26, Police in Washington said they had detained a suspect after two National Guard troops were shot blocks away from the White House. "The scene is secured. One suspect is in custody," The DC Police posted on X. (Photo by Brendan SMIALOWSKI / AFP)

Nach dem Schussvorfall in Washington will das Pentagon die Nationalgarde vor Ort weiter aufstocken. US-Verteidigungsminister Hegseth spricht von mehr als 2500 Soldaten.

BRENDAN SMIALOWSKI/AFP
  • Nach einem Angriff auf zwei Nationalgardisten plant das Pentagon, die Truppen in Washington auf über 2500 aufzustocken.
  • Der mutmaßliche Täter, ein 29-jähriger Afghane, arbeitete zuvor mit US-Spezialkräften und wurde 2021 evakuiert.
  • Trump bezeichnete den Angriff als „Akt des Terrors“ und forderte erneute Überprüfungen von Afghanen.
  • Die Einwanderungsbehörde stoppte Einwanderungsanträge afghanischer Staatsbürger vorläufig.
  • AfghanEvac warnt vor Generalverdacht gegen Afghanen und betont bestehende Sicherheitsprüfungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einem Schusswaffenangriff auf zwei US-Nationalgardisten in Washington will das Pentagon die Nationalgarde in Washington weiter aufstocken. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte nach dem Vorfall an, die Zahl der Nationalgardisten in der Hauptstadt um 500 auf mehr als 2500 erhöhen zu wollen. Die Gewalttat stärke den Entschluss der Regierung, Washington wieder „sicher und schön“ zu machen.

Trump hatte die Soldaten der Nationalgarde im August in die Hauptstadt beordert. Der Präsident erklärte zur Begründung, Washington habe eine „höhere Verbrechensrate als einige der gefährlichsten Orte der Welt“. Polizeistatistiken bestätigen dies allerdings nicht. Trump hatte die Nationalgarde ausschließlich in Städte wie Washington, Los Angeles und Memphis entsandt, die von den oppositionellen Demokraten regiert werden.

Nationalgarde in Washington eigentlich gesetzwidrig

Eine US-Bundesrichterin hatte den Einsatz der Nationalgarde in der US-Hauptstadt erst vergangene Woche für gesetzwidrig erklärt. Die Richterin Jia Cobb gewährte der Regierung aber einen Aufschub bis zum 11. Dezember, um dagegen Rechtsmittel einzulegen.

Die beiden Soldaten, die durch die Schüsse des mutmaßlichen Täters schwer verletzt wurden, schwebten nach Angaben der Bundespolizei FBI in Lebensgefahr. Der Verdächtige wurde demnach von Sicherheitskräften angeschossen und schwer verletzt.

Der nach einem Schusswaffenangriff auf US-Nationalgardisten in Washington festgenommene Verdächtige hat Medienberichten zufolge in Afghanistan für die US-Armee gearbeitet. Der 29-jährige Afghane habe in Kandahar mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA und weiteren Regierungsstellen zusammengearbeitet, bevor er im September 2021 in die USA evakuiert worden sei, berichteten US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf CIA-Chef John Ratcliffe. US-Präsident Donald Trump verurteilte den Angriff als „Akt des Terrors“.

Tatverdächtiger arbeitete in Afghanistan mit US-Spezialkräften

Der 29-Jährige diente den Medienberichten zufolge rund zehn Jahre lang in der afghanischen Armee und arbeitete in Afghanistan mit US-Spezialkräften zusammen. 2024 habe er Asyl beantragt, was ihm 2025 gewährt wurde, berichteten die Sender CNN und CBS unter Berufung auf die Behörden.

Der Tatverdächtige sei „einer der vielen nicht überprüften Personen, die im Rahmen der 'Operation Allies Welcome' massenhaft in die Vereinigten Staaten gelassen wurden“, erklärte Heimatschutzministerin Kristi Noem am Donnerstag. Damit bezog sie sich auf ein Programm des damaligen US-Präsidenten Joe Biden zur Aufnahme afghanischer Staatsbürger, die vor der Machtübernahme der Taliban mit den USA zusammengearbeitet hatten.

Nach jahrelanger westlicher Militärpräsenz hatten die Taliban im August 2021 die Macht in Afghanistan zurückerobert und dort ein sogenanntes Emirat ausgerufen. Vizepräsident JD Vance erklärte, er habe Bidens Politik, „afghanische Flüchtlinge massenhaft und ohne Kontrolle aufzunehmen“, bereits 2021 kritisiert. Freunde hätten ihn damals als Rassisten bezeichnet. Doch die Afghanen „hätten sich nicht in unserem Land aufhalten dürfen“, fügte Vance im Onlinedienst X hinzu.

AfghanEvac warnt vor Diskreditierung anderer Afghanen

Trump hatte den Angriff am Mittwoch in einer kurzen Videobotschaft als „Akt des Bösen, ein Akt des Hasses und ein Akt des Terrors“ verurteilt. „Jeder einzelne Ausländer“, der während der Präsidentschaft seines Vorgängers Biden aus Afghanistan in die USA eingereist sei, müsse erneut überprüft werden. Die US-Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS erklärte daraufhin, mit sofortiger Wirkung die Bearbeitung aller Einwanderungsanträge afghanischer Staatsbürger bis auf Weiteres auszusetzen.

Nach Angaben der gemeinnützigen Organisation AfghanEvac müssten sich afghanische Staatsbürger bereits jetzt „einer der umfangreichsten Sicherheitsüberprüfungen“ unterziehen. Die „isolierte und gewalttätige Tat“ eines Einzelnen solle nicht als Vorwand genutzt werden, um alle Afghaninnen und Afghanen zu diskreditieren, forderte AfghanEvac-Chef Shawn VanDiver.