Anschlagsversuch in Washington
: Trump nennt Täter „kranken Mann aus Kalifornien“

HintergrundEines der Haupt-Events der Party-Szene in Washington endet im Chaos. Der Schütze hatte womöglich den US-Präsidenten selbst im Visier.
Von
Peter DeThier
Washington
Jetzt in der App anhören
White House Correspondents' Association Dinner: Agents draw their guns after loud bangs were heard during the White House Correspondents' dinner at the Washington Hilton in Washington, DC, on April 25, 2026. US Secret Service agents bundled Donald Trump from the stage as shots rang out Saturday evening at a media gala, in what the president later described as an attack by a "would-be assassin." Armed guards opened fire at the gunman who charged through a security checkpoint just outside the ballroom of the hotel where Trump, First Lady Melania Trump, senior government officials and hundreds of other black-tie guests had gathered. (Photo by Mandel NGAN / AFP)

Als bei der Mediengala Schüsse fallen, bringen Agenten des US-Geheimdienstes den US-Präsidenten in Sicherheit.

Mandel Ngan/afp
  • Schüsse vor Gala im Washingtoner Hilton: Secret Service bringt Trump und Gäste in Sicherheit.
  • Ein 31-jähriger Mann aus Los Angeles schoss im Sicherheitsbereich vor dem Festsaal.
  • Eine Kugel traf die Weste eines Agenten, der ins Krankenhaus kam – Trump verließ das Hotel.
  • Trump dankte später Sicherheitskräften und lobte die „faire Berichterstattung“ der Medien.
  • Das Gala-Dinner gilt als Höhepunkt der Hauptstadt-Partyszene und sollte nachgeholt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Geplant war ein unterhaltsamer Abend im Washingtoner Hilton Hotel, an dem US-Präsident Donald Trump die anwesenden Journalisten geißelt und sich rasch verabschiedet. Doch noch bevor Trump zum Podium schreiten konnte, artete die Veranstaltung in einen surrealen Tatort wie in einem Polit-Krimi aus. Ein bewaffneter, 31-jähriger Mann aus Los Angeles hatte den Ballsaal des Luxus-Hotels und womöglich den Präsidenten selbst im Visier.

Der mutmaßliche Attentäter hatte die Teile seiner Waffen erst nach Betreten des Hotels montiert. Kurz vor 21 Uhr fielen in dem Sicherheitsbereich vor dem Eingang zum Festsaal mehrere Schüsse. Der Schütze traf mit einer Kugel die kugelsichere Weste eines Secret-Service-Beamten, der ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Binnen weniger Minuten brachten Secret-Service-Agenten den Präsidenten, First Lady Melania Trump und die anwesenden Kabinettsmitglieder in Sicherheit. Trump war in der gepanzerten Präsidenten-Limousine bereits auf dem Weg zurück ins Weiße Haus. Von dort aus kündigte er an, sich bald danach der Presse stellen zu wollen.

Als der Präsident eine Stunde nach dem Zwischenfall vor die Kameras trat, bedankte er sich bei den Sicherheitskräften für deren „mutigen, selbstlosen Einsatz“. Flankiert von FBI-Direktor Kash Patel und Heimatschutzminister Markwayne Mullin lobte er sogar die Medienorganisationen, die sonst Gegenstand seiner wütenden Tiraden sind. Begeistert sei er von der „fairen Berichterstattung“ über den Kriminalfall, sagte Trump.

„Es trifft immer die einflussreichsten Präsidenten“

Darauf angesprochen, warum nach zwei gescheiterten Attentaten Angriffe immer wieder ausgerechnet gegen ihn gerichtet sind, zog Trump einen Vergleich zum 15. US-Präsidenten. „Wenn Sie auf die amerikanische Geschichte zurückblicken, werden Sie sehen, dass es immer die einflussreichsten Präsidenten trifft. Denkt nur an Abraham Lincoln.“ Lincoln hatte in den USA die Sklaverei abgeschafft. „Auch wir haben tolle Dinge erreicht“, erklärte Trump. „Früher haben uns alle ausgelacht, heute sind wir die erfolgreichste Nation der Welt.“ Trump versprach, dafür sorgen zu wollen, dass die Veranstaltung bald nachgeholt wird.

Offiziell bestätigte Informationen zur Identität des Täters gibt es bislang nicht. Trump deutete lediglich an, dass es sich um einen „sehr kranken Mann“ aus Kalifornien handle.

Die Gala-Veranstaltung zählt zu den absoluten Höhepunkten der Party-Szene in der US-Hauptstadt. Während seiner ersten fünf Jahre im Amt hatte Trump das traditionsreiche Dinner der „White House Correspondents Association“ wegen seines Misstrauens gegenüber herkömmlichen Medienorganisationen boykottiert. Umso gespannter warteten die geladenen Gäste auf den Vortrag des Präsidenten.

In der Vergangenheit scherzte immer ein prominenter Komiker über den mächtigsten Mann im Lande und die zahlreichen Stars im Publikum. Danach greift der Präsident zum Mikrofon und mokiert sich über die geladenen Gäste. So auch vor 15 Jahren. Damals hieß der Präsident Barack Obama. Gegenstand von Obamas Spott war 2011 der Ehrengast Donald Trump. Auch das war ein historischer Abend: Wenige Stunden später töteten Elitetruppen der Navy Seals in Abbottabad, Pakistan Osama bin Laden. Auch soll Trump an diesem Abend entschieden haben, sich um die Präsidentschaft zu bewerben.