Sabotage: Russischer Geheimdienst soll hinter Brandsätzen in Luftfracht stecken

Hinter den Brandsätzen von Paketen am Flughafen Leipzig im Sommer 2024 soll der Russische Gemeindienst GRU stecken.
Heiko Rebsch/dpa- Russische GRU hinter Brandsätzen in Luftfracht im Juli 2024.
- Pakete explodierten in Leipzig, Warschau, Birmingham.
- "Wegwerf-Agenten" als Täter, zahlreiche Festnahmen in Europa.
- Sicherheitsbehörden warnen vor steigender Sabotagegefahr.
- Russlands Botschaft bestreitet Vorwürfe, spricht von "Paranoia".
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung zufolge soll der Russische Geheimdienst GRU hinter den Brandsätzen in Luftfracht im Juli 2024 stecken. Europäische Sicherheitsbehörden gehen demnach davon aus, dass ein Netzwerk aus rund zehn Personen, darunter hochrangige mutmaßliche GRU-Mitarbeiter, an den Aktionen beteiligt gewesen sein soll.
Konkret geht es bei dem Ermittlungsverfahren um drei Pakete, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen zunächst am Flughafen Leipzig (20. Juli 2024), dann bei Warschau (21. Juli 2024) und schließlich in Birmingham (22. Juli 2024) in Flammen aufgingen. Dass sie nicht in einem Frachtflugzeug explodierten, sei den Sicherheitsbehörden zufolge reiner Zufall gewesen. Als Teil der Operation sollen auch Flugrouten nach Nordamerika ausgekundschaftet worden sein. Die Brandsätze sollen in Massagekissen versteckt gewesen sein, die sich zusammen mit Kosmetika und Sex-Spielzeug in den Paketen befanden.
Zahlreiche Verdächtige festgenommen, Durchsuchungen auch in Ostdeutschland
Zahlreiche Verdächtige sind inzwischen festgenommen worden – unter anderem in Litauen, Polen, Bosnien-Herzegowina und Großbritannien. Bei den mutmaßlichen Tätern soll es sich um sogenannte „Wegwerf-Agenten“, auch „Low-Level-Agenten“ genannt, handeln, also Personen, die zum Beispiel über Messengerdienste angeworben werden, um bestimmte Aufgaben zu übernehmen, ohne die genauen Hintergründe der gesamten Operation zu kennen. Russland soll laut WDR, NDR und SZ seit einigen Jahren verstärkt auf „Wegwerf-Agenten“ setzen, da Hunderte professionelle Spione nach dem Start des russischen Angriffskrieges ihre Botschaftsposten verlassen mussten.
Auch in einer ostdeutschen Großstadt soll die Wohnung eines Ukrainers untersucht worden sein. Er soll mit einem weiteren Mann Kontakt gehabt haben, der die Pakete mit den Brandsätzen aufgegeben haben soll. Der Ukrainer gilt nicht als Beschuldigter.
Sicherheitsbehörden warnen
Sicherheitsbehörden warnen vor der steigenden Gefahr von Sabotageaktionen im Luftverkehr. „Leben von Menschen interessieren sie nicht“, sagte etwa Darius Jauniškis, langjähriger Chef des litauischen Geheimdienstes VSD, NDR, WDR und SZ. „Ein Flugzeug runterzuholen, ist akzeptabel für sie.“
Die russische Botschaft in Berlin bestreite den Angaben zufolge die Vorwürfe, dass Moskau hinter den Vorfällen steckt und spricht von „Paranoia“ und „Verschwörungstheorien“.


