Rekord an Zugverspätungen
: Bahn zahlt fast 200 Millionen Euro Entschädigung an Reisende

Bei der Pünktlichkeit war die Bahn 2024 so schlecht wie seit über 20 Jahren nicht. Das lässt auch die Entschädigungszahlungen an die Fahrgäste stark ansteigen.
Von
dpa
Berlin
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Hauptbahnhof Hamburg: 09.03.2025, Hamburg: Zahlreiche Menschen stehen auf einem Bahnsteig auf dem Hauptbahnhof. Wegen eines schon heute beginnenden Warnstreiks fallen alle Flüge am Hamburger Flughafen aus. Foto: Georg Wendt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Bahn war auch 2024 wieder oft unpünktlich. Rund 200 Millionen Euro musste sie deshalb an Entschädigungen zahlen. (Symbolfoto)

Georg Wendt/dpa
  • Die Deutsche Bahn zahlte 2024 fast 200 Millionen Euro Entschädigung wegen Verspätungen und Zugausfällen.
  • 6,9 Millionen Entschädigungsanträge wurden eingereicht, 2023 waren es 5,6 Millionen.
  • 37,5% der Fernzüge waren unpünktlich, nur 62,5% kamen pünktlich an.
  • Die Bahn plant bis 2030 umfassende Sanierungen, um die Pünktlichkeit zu verbessern.
  • Ziel: Pünktlichkeit der ICE- und IC-Züge auf 75-80% bis Ende 2027 steigern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Deutsche Bahn musste im vergangenen Jahr deutlich höhere Entschädigungen wegen Verspätungen und Zugausfällen leisten. Knapp 197 Millionen Euro zahlte die Bahn an betroffene Reisende aus, wie der staatseigene Konzern in Berlin mitteilte. Demnach waren bei den Servicecentern rund 6,9 Millionen Entschädigungsanträge eingereicht worden. Zum Vergleich: 2023 wurden laut Bahn 5,6 Millionen Anträge bearbeitet und 132,8 Millionen Euro Entschädigungen ausgezahlt.

Ein Bahn-Sprecher sagte der „Bild am Sonntag“: „Wenn der Zug Verspätung hat und unseren Fahrgästen Entschädigungen zustehen, dann zahlen wir diese ohne Wenn und Aber. Und hohe Verspätungen ziehen hohe Entschädigungszahlungen nach sich.“ Demnach gingen 80 Prozent der Verspätungen 2024 auf die marode und überlastete Infrastruktur zurück.

Ein Drittel der Fernzüge unpünktlich

Mehr als jeder dritte Fernzug der Deutschen Bahn (DB) war im vergangenen Jahr unpünktlich. 37,5 Prozent der Halte wurden mit einer Verspätung von mehr als 5:59 Minuten erreicht; 62,5 Prozent der ICE- und IC-Züge waren pünktlich unterwegs, wie ein Sprecher des Unternehmens jüngst mitteilte. Damit war die Deutsche Bahn so unpünktlich unterwegs, wie seit mindestens 21 Jahren nicht.

Zugleich wies der Sprecher auf das aktuelle Sanierungsprogramm der Bahn hin. Bis 2030 will der Konzern 41 vielbefahrene Korridore grundlegend sanieren. Den Anfang machte die Bahn 2024 mit dem Abschnitt zwischen Frankfurt und Mannheim - der sogenannten Riedbahn. Die Generalsanierungen sollen auch für pünktlichere Züge sorgen. „Bis Ende 2027 will die DB die Pünktlichkeit der ICE- und IC-Züge auf 75 bis 80 Prozent steigern“, sagte der Sprecher.