Reisewarnung für Iran
: Auswärtiges Amt: Gefahr für alle Deutschen im Iran - Land verlassen!

Willkürliche Festnahmen und lange Haftstrafen drohen Deutschen im Iran nach aktuellen Einschätzungen des Auswärtigen Amts.
Von
Christian Wille mit Agenturen
Berlin
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Die Proteste im Iran richten sich gegen das Regime, nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Haft der Sittenpolizei.

Uncredited/AP/dpa

Das Auswärtige Amt warnt aktuell vor einer Gefahr für Deutsche im Iran und fordert, das Land unverzüglich zu verlassen. Doch was droht deutschen Staatsbürgern im Iran konkret? Angesichts des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Sicherheitskräfte gegen die landesweiten Proteste besteht für Deutsche vor Ort laut Auswärtigem Amt „die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden“. Das teilt das Amt am Donnerstag, den 03.11.2022, mit den aktualisierten Reise- und Sicherheitsweisen mit. Das „eskalierende, gewaltsame Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte erfordert diesen Schritt“, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

Die Aufforderung sei „nötig, um der veränderten Sicherheitslage und dem Schutz der noch im Land befindlichen deutschen Staatsangehörigen Rechnung zu tragen“, erläuterte der Sprecher. Die Besetzung der deutschen Botschaft in Teheran sei von der Aufforderung aber nicht betroffen, sie setze ihre Arbeit fort.

Gefahr für Doppelstaatler - deutsche und iranische Staatsangehörigkeit

Vor allem Doppelstaater, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, seien „gefährdet“, heißt es in den Reisehinweisen. In jüngster Vergangenheit sei es zu einer „Vielzahl willkürlicher Verhaftungen“ ausländischer Staatsangehöriger gekommen.

Wie das Auswärtige Amt weiter ausführte, kommt es im Iran „häufig und oft ohne nachvollziehbare Gründe“ zu Verhören und Verhaftungen deutsch-iranischer Doppelstaater. Auch Familienangehörige von Inhaftierten werden demnach regelmäßig stark unter Druck gesetzt. Die konsularischen Unterstützungsmöglichkeiten durch die deutsche Botschaft in Teheran seien „erheblich eingeschränkt bis unmöglich“.

Proteste und Gewalt im Iran nach Tod von Mahsa Amini

Im Iran gibt es seit mehr als sechs Wochen eine landesweite Protestwelle - die größte seit Jahren. Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Härte gegen die Proteste vor. Diese waren im September durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die sogenannte Sittenpolizei ausgelöst worden.