Referendum in Kanada: Abspaltung von Alberta? Trump kokettiert mit 51. US-Bundesstaat

Die kanadische Provinz Alberta mit rund fünf Millionen Einwohnern liegt im Westen des flächenmäßig zweitgrößten Landes der Erde und ist bei Touristen vor allem wegen ihrer Nationalparks in den Rocky Mountains beliebt.
Jeff Mcintosh/Canadian Press via ZUMA Press/dpa- Alberta stimmt per Referendum über einen möglichen Weg zur Unabhängigkeit von Kanada ab.
- Umfragen sahen etwa 70 Prozent für den Verbleib, rund 20 Prozent dagegen, der Rest unentschieden.
- Premierminister Mark Carney warnt vor einer Spaltung und betont: „Kanada funktioniert.“
- Premier Danielle Smith setzte das Referendum an, befürwortet aber den Verbleib in Kanada.
- Aus den USA kam Unterstützung für Separatisten – Trump kokettierte mit einem 51. Bundesstaat.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Die Bewohner der ölreichen Provinz Alberta können heute per Referendum über einen möglichen Weg hin zu einer Abspaltung von Kanada abstimmen. Die Stimmberechtigten sollen entscheiden, ob ihre Provinz Teil Kanadas bleiben soll oder ob ein Prozess eingeleitet werden soll, der zu einem rechtlich bindenden weiteren Referendum über eine Abspaltung und den Weg in die staatliche Unabhängigkeit führt.
In Umfragen hatte sich zuletzt eine große Mehrheit für den Verbleib als Teil Kanadas ausgesprochen – etwa 70 Prozent. Rund 20 Prozent sprachen sich dagegen aus. Der Rest zeigte sich unentschieden. Wer wollte, konnte seine Stimme bereits per Brief oder persönlich im Voraus abgeben.
Die kanadische Provinz Alberta mit rund fünf Millionen Einwohnern liegt im Westen des flächenmäßig zweitgrößten Landes der Erde und ist bei Touristen vor allem wegen ihrer Nationalparks in den Rocky Mountains beliebt. Ein Großteil der Bewohner lebt in den Metropolen Edmonton und Calgary.
Ölindustrie stört sich an Umweltauflagen
Eine Bewegung, die unter anderem aus kulturellen und wirtschaftlichen Gründen die Abspaltung von Kanada fordert, gibt es in der als sehr konservativ geltenden Provinz schon länger. Einige Vertreter der Ölindustrie beispielsweise fühlen sich von Umweltauflagen eingeschränkt. Auch viele Demonstranten, die während der Corona-Pandemie gegen Einschränkungen und Impfvorschriften protestiert hatten, schlossen sich später der Unabhängigkeitsbewegung an.
Obwohl die Bewegung stets eine Minderheit darstellte, konnte sie Albertas konservative Premierministerin Danielle Smith dazu bewegen, das Referendum anzusetzen. Smith sprach sich allerdings immer für einen Verbleib als Teil Kanadas aus.
Premierminister Carney gegen Abspaltung
Insgesamt sollen die Bürger über zehn Fragen abstimmen. Die erste Frage zur möglichen Abspaltung von Kanada soll laut Wahlbehörde zuerst ausgezählt werden, womit es schon am Dienstag ein Ergebnis geben könnte.
Die Frage lautet: „Sollte Alberta eine kanadische Provinz bleiben, oder sollte die Regierung Albertas den von der kanadischen Verfassung geforderten rechtlichen Prozess einleiten, um in der Provinz ein verbindliches Referendum abzuhalten, ob sich Alberta von Kanada trennen sollte oder nicht?“
Auch Kanadas Premierminister Mark Carney hatte sich immer wieder deutlich gegen eine Abspaltung ausgesprochen. „Kanada funktioniert“, hatte Carney beispielsweise zuletzt bei einer Veranstaltung in der Provinz gesagt. „Generationen von Menschen aus Alberta haben mitgeholfen, dieses Land aufzubauen. Es ist eures. Es ist unseres. Und es ist es wert, dafür zu kämpfen.“
Trump kokettiert mit Kanada als 51. Bundesstaat der USA
Beide großen politischen Parteien des Landes haben sich ebenfalls immer wieder deutlich gegen eine Abspaltung ausgesprochen. Aus der US-Regierung von Präsident Donald Trump kam dagegen Unterstützung für die Unabhängigkeitsbewegung.
Die USA und Kanada befinden sich aktuell in einem festgefahrenen Handelsstreit, der zuletzt wieder eskaliert war. Trump hatte Kanada immer wieder gedroht und damit kokettiert, dass das Nachbarland 51. Bundesstaat der USA werden könnte. Da müsse Kanada gegenhalten und das ginge nur gemeinsam, betonte Premierminister Carney. „Wir müssen stark sein und gemeinsam sind wir stärker.“ (mit dpa)


