Raketenangriff auf Flughafen: Huthi-Miliz reklamiert Anschlag in Israel für sich

Bewaffnete Mitglieder der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz nehmen an einer Demonstration gegen die USA und Israel teil. (zu dpa: «Huthi reklamieren Angriff auf Tel Aviver Flughafen für sich»)
Osamah Yahya/dpa- Huthi-Miliz aus dem Jemen greift Israel mit Raketen an, Ziel: Flughafen Ben Gurion.
- Acht Verletzte durch Raketenangriff, Flugverkehr unterbrochen, Zufahrtsstraßen gesperrt.
- Israel mobilisiert Reservisten für mögliche größere Offensive gegen Hamas.
- Humanitäre Lage im Gazastreifen verschlechtert sich weiter, Hilfslieferungen blockiert.
- USA und Israel planen Hilfsgüter an Hamas vorbei zu liefern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am dritten Tag in Folge hat die jemenitische Huthi-Miliz ihre Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Es sei ein Einschlag in der Nähe des internationalen Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv identifiziert worden, teilte die israelische Armee mit. Zuvor seien „mehrere Versuche unternommen“ worden, die aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abzufangen. Auf Videos in sozialen Medien war zu sehen, wie Menschen am Flughafen panisch reagierten. In zahlreichen Gebieten Israels heulten während des Angriffs Warnsirenen, darunter auch in Tel Aviv und Jerusalem. Nach Angaben eines Rettungsdienstes wurden acht Menschen verletzt.
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen reklamierte den Anschlag für sich. Sie hätten mit einer „Hyperschallrakete“ auf den Flughafen Ben Gurion gezielt, hieß es in einer Erklärung. Die Huthi forderten internationale Airlines auf, den Flughafen aus Sicherheitsgründen zu meiden.
Israel droht: „Wir werden siebenfach zurückschlagen“
Der Flugverkehr sei deshalb vorübergehend unterbrochen worden, berichteten israelische Medien. Die Polizei teilte mit, die Zufahrtsstraßen zum Airport seien bis auf Weiteres gesperrt. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom gab es mehrere Verletzte, darunter einen im Bereich des Flughafens.
Israel drohte in der Folge mit einem Gegenschlag, der um ein Vielfaches härter sein soll. „Wer uns angreift, gegen den werden wir siebenfach zurückschlagen“, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit, offenbar in Anlehnung an die Bibel.
Seitdem Israels Armee die Angriffe im Gazastreifen am 18. März wieder aufgenommen hat, feuert auch die Huthi-Miliz aus Solidarität mit der islamistischen Hamas wieder regelmäßig Geschosse Richtung Israel. Es ist das erste Mal, dass es den Huthi gelungen ist, mit einer Rakete den Umkreis des Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv zu treffen.

Am Flughafen Ben Gurion in Israel ging in Folge des Raektenangriffs zeitweise nichts mehr.
Nir Alon/ZUMA Wire/dpaIsrael beruft Reservisten ein
Derweil will das israelische Sicherheitskabinett heute über eine Ausweitung der Angriffe im Gazastreifen beraten. Nach Berichten israelischer Medien hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entsprechenden Plänen bereits grundsätzlich zugestimmt. Das israelische Militär schickt Medienberichten zufolge bereits Einberufungsbescheide an Zehntausende Reservisten.
Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, eine größere Offensive könnte bereits in den kommenden Tagen beginnen. Ziel ist es demnach, den Druck auf die islamistische Hamas zu erhöhen, um die Freilassung weiterer Geiseln zu erzwingen.
Netanjahus Büro teilte mit, angesichts der Entwicklungen in Gaza und Syrien sowie wegen „des intensiven diplomatischen und sicherheitspolitischen Zeitplans“ habe der Regierungschef einen diese Woche geplanten Besuch in Aserbaidschan auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Die Zeitung „Jerusalem Post“ berichtete, die geplante Mobilisierung von Reservisten sei massiv, aber immer noch deutlich kleiner als direkt nach dem Terrorangriff der Hamas und anderer Extremistengruppen in Israel am 7. Oktober 2023.
Verhandlungen über Waffenruhe ohne Erfolg
Laut „ynet“ sollen einige der Reservisten reguläre Truppen ablösen, die gegenwärtig an der Nordgrenze oder im Westjordanland im Einsatz sind, damit diese wiederum in den Gazastreifen geschickt werden können. Für einige Reservisten sei es bereits die siebte Einberufung seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als eineinhalb Jahren.
Die indirekten Verhandlungen unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars über eine neue Waffenruhe waren bislang ergebnislos geblieben. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte „ynet“: „Solange die Hamas unsere Geiseln nicht freilässt, werden wir unsere militärische Operation deutlich intensivieren.“ Eine letzte Chance bleibe nur, wenn die Hamas in letzter Minute einem Abkommen zustimme.
Humanitäre Lage verschlechtert sich weiter
Eine Ausweitung der Angriffe dürfte die ohnehin prekäre humanitäre Lage im Gazastreifen weiter verschärfen. Hilfsorganisationen sprechen von katastrophalen Zuständen. Seit gut zwei Monaten lässt Israel keine Hilfslieferungen mehr in das abgeriegelte Gebiet, in dem rund zwei Millionen Palästinenser leben. Die Armee wirft der Hamas vor, die Hilfsgüter gewinnbringend weiterzuverkaufen, um ihre Kämpfer und Waffen zu finanzieren.
Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete zuletzt, die USA und Israel planten, mit Hilfe einer privaten US-Firma Hilfsgüter an der Hamas vorbei in den Gazastreifen zu bringen. Ein entsprechendes Abkommen stehe kurz vor dem Abschluss.

