Pressefreiheit
: Deutschland rutscht in Rangliste auf Platz 14 ab

Auch 2025 hat sich die Lage der Pressefreiheit weltweit wieder verschlechtert. Die Reporter ohne Grenzen veröffentlichen ihre Rangliste für 2026. Auch Deutschland steigt ab.
Von
kna
Berlin
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Pressefreiheit: ACHTUNG: SPERRFRIST 30. APRIL 06:00 UHR. BITTE DIE SPERRFRIST BEACHTEN! - ARCHIV - 01.05.2017, Hamburg: Ein Fotoreporter trägt auf einer Demonstration einen Aufnäher mit dem Text «PRESS» auf seiner Jacke, um sich gegenüber Polizei und Demonstranten als Journalist zu kennzeichnen. (zu dpa: «Pressefreiheit-Rangliste: Deutschland nicht mehr in Top Ten») Foto: Markus Scholz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Deutschland liegt in der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 14.

Markus Scholz/dpa
  • Deutschland fällt in der RSF-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 14 zurück.
  • RSF nennt wachsende Bedrohungen online und auf der Straße sowie polarisierte Themen.
  • Weltweit verschlechtert sich die Lage erneut – nur noch ein Prozent lebt in „guter“ Lage.
  • Spitzenreiter bleibt Norwegen, dahinter Niederlande und Estland; Deutschland „zufriedenstellend“.
  • Deutliche Bewegungen: Niger und Ecuador fallen stark, Syrien verbessert sich nach dem Regimewechsel.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Rangliste der Pressefreiheit hat sich Deutschland im vergangenen Jahr um drei Plätze verschlechtert und landet nun auf Rang 14. Das teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) mit, die die Rangliste einmal im Jahr erarbeitet. Den Abstieg Deutschlands begründet RSF mit einer wachsenden Bedrohungslage, der Journalisten im Netz und auf der Straße ausgesetzt seien. Auch erschwerte Arbeitsbedingungen durch polarisierte Themen, wie etwa Berichterstattung über die Kriege in Nahost, nannte die Organisation als Grund für die schlechtere Platzierung.

Überhaupt hat sich die Lage der Pressefreiheit demnach weltweit erneut verschlechtert. So lebt laut RSF 2026 nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit einer „guten“ Lage. Spitzenreiter bleibt Norwegen, gefolgt von den Niederlanden und Estland. Gut sei die Lage auch in Dänemark, Schweden, Finnland und Irland.

„Dramatischer Befund“

„Nur noch einer von 100 Menschen weltweit kann sich durch eine vielfältige, gesunde Medienlandschaft informieren. Auch wenn wir den Niedergang der Pressefreiheit seit einem Vierteljahrhundert dokumentieren, bleibt dieser Befund dramatisch“, sagt RSF-Geschäftsführer Christian Mihr.

Dass Deutschland erneut Plätze verliere, sei auch Ausdruck eines aufgeheizten Klimas, so Mihr weiter Gerade bei der Berichterstattung über rechtsextreme Milieus oder den Krieg in Gaza berichteten viele Journalisten von starkem Druck, hitzigen Debatten und einer Sorge, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.

Für die Rangliste teilt die Organisation die Länder in die Kategorien gute Lage, zufriedenstellende Lage, erkennbare Probleme, schwierige Lage und sehr ernste Lage ein. In Deutschland gilt die Lage als „zufriedenstellend“.

In diesem Jahr fanden sich erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste mehr als die Hälfte aller Länder in den beiden schlechtesten Kategorien wieder. Besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich RSF zufolge verschlechtert. Auch in demokratischen Ländern werde das Recht der Bürger auf Information zunehmend beschnitten.

Syrien klettert nach oben

Besonders deutlich abgerutscht sind Niger um 37 Plätze und Ecuador um 31 Plätze. Israel sei vor allem wegen des unerbittlich geführten Krieges in Gaza um vier Plätze gesunken und landet nun auf Rang 116. Die Palästinensischen Gebiete liegen leicht verbessert auf Rang 156 von insgesamt 180 Ländern. Die USA sind vor allem wegen der Angriffe der Trump-Regierung auf Journalisten und Medienhäuser um sieben Ränge abgerutscht und liegen nun auf Platz 64.

Am stärksten verbessert hat sich Syrien, das nach dem Sturz der Assad-Diktatur von Platz 177 auf Platz 141 aufsteigen konnte. Schlusslicht bleibt Eritrea; auf dem vorletzten Rang landet Nordkorea, davor China und der Iran. Neu unter den letzten zehn ist Saudi-Arabien, vor allem wegen der Hinrichtung des Journalisten Turki al-Dschasser.