Bund und Länder wollen die strengen Kontaktregeln für Verwandtenbesuche über Ostern nicht lockern. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen stand aber noch aus.
Die Gespräche wurden vor dem Hintergrund weiter steigender Infektionszahlen geführt. Laut Robert-Koch-Institut steckten sich in Deutschland zuletzt knapp 60 Prozent mehr Menschen mit dem Coronavirus an als noch vor zwei Wochen. Die Zahl an Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche wurde am Montag mit 107,3 angegeben, vor 14 Tagen lag die Inzidenz noch bei 68,0.
Vor den Beratungen war im Gespräch gewesen, über Ostern die Kontaktregeln leicht zu lockern und Verwandtenbesuche zu erlauben. Ein Vorschlag aus dem Kanzleramt sah vor, Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis zu erlauben. Anfang März hatten Bund und Länder beschlossen, dass private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich sind, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt.
Nach Angaben der Bundesregierung stehen den Bundesländern ausreichend Schnelltests für die kommenden Wochen zur Verfügung. Die Ministerpräsidenten debattierten eine Beschlussvorlage, die die Schließung beziehungsweise Nicht-Öffnung von Schulen und Kitas vorsieht, solange kein zweimaliger Coronatest pro Woche für alle Erziehungs- und Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche sichergestellt ist.
Wie Baden-Württemberg die Beschlüsse der Konferenz umsetzen wird, will Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag erläutern. Zuvor möchte er im Kabinett über die neuen Maßnahmen  sprechen.