Neuen Computer vorgestellt
: Huawei kommt erstmals ohne US-Chips aus

Der chinesische Technologiekonzern leidet an US-Sanktionen und wird daher kreativ. Eine Studie belegt: das ist kein Einzelfall.
Von
Christian Gottschalk
Stuttgart
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CHINA-TECHNOLOGY-HUAWEI: The logo of Huawei is seen on the OceanStor M900 mock-up at an exhibition during Huawei Connect 2026 in Shanghai on September 17, 2026. (Photo by Jade GAO / AFP)

Huawei behauptet, den ersten chinesischen PC ohne US-Produkte hergestellt zu haben.

JADE GAO/afp
  • Huawei stellt einen PC vor, der ausschließlich in China gefertigte Teile nutzt.
  • Vom Prozessor bis zum Speicher kommen keine US-Chips zum Einsatz – Intel wird nicht benötigt.
  • Zielgruppen sind Unternehmen und Behörden; verbaut ist der Kirin X 90 aus eigener Entwicklung.
  • Hintergrund: US-Sanktionen seit Mai 2019 erschweren den Zugang zu amerikanischer Technologie.
  • Studie: Sanktionen fördern in China F&E und Patente deutlich, ähnlich auch bei KI-Alternativen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der chinesische Technologiekonzern und Telekommunikationsausrüster Huawei hat nach eigenen Angaben seinen ersten Desktop-Computer vorgestellt, bei dem ausschließlich Teile verbaut werden, die in China hergestellt werden. Vom Prozessor bis zu den Speichermodulen seien nur chinesische Produkte im Einsatz, Chips von Intel oder anderen US-Anbietern brauche es nicht mehr. Der Rechner des in Shenzhen ansässigen Unternehmens sei in erster Linie für Unternehmen und Behörden gedacht.

Im Visier der US-Regierung

Huawei wurde 1987 von Ren Zhengfei gegründet und entwickelte sich zu einem der weltweit größten Anbieter von Telekommunikationsausrüstung und Smartphones. Die US-Regierung warf Huawei vor, enge Verbindungen zur chinesischen Regierung und zu deren Sicherheitsapparat zu unterhalten und ein Risiko für die nationale Sicherheit darzustellen. Im Mai 2019 setzte die Trump-Regierung Huawei auf eine schwarze Liste (Entity List), wodurch das Unternehmen US-Technologie und amerikanische Bauteile nur noch mit Sondergenehmigung beziehen durfte.

Huawei-Gründer Ren Zhengfei: ARCHIV - 15.01.2019, China, Shenzhen: Ren Zhengfei, Gründer von Huawei, beantwortet Fragen von Journalisten während eines Roundtable-Meetings.  (zu dpa: «Huawei-Gründer redet Stärke eigener Chips klein») Foto: Vincent Yu/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Huawei-Gründer Ren Zhengfei  wird ein guter Kontakt zur Regierung in Peking nachgesagt.

Vincent Yu/AP/dpa

Ein Jahr später verschärften die USA die Sanktionen. Auch ausländische Chiphersteller durften Huawei nicht mehr ohne Weiteres beliefern, wenn sie dafür amerikanische Technologie einsetzten. Huawei reagierte mit eigenen Betriebssystemen, eigenen Chips und neuen Smartphone-Strategien. Das Unternehmen blieb bestehen, verlor aber international deutlich an Boden und wurde zum Symbol des Technologie- und Handelskonflikts zwischen den USA und China. Der nun präsentiere PC ist mit dem selbst entwickelten Kirin X 90 Prozessor ausgestattet. Der feierte im vergangenen Jahr in Huaweis Laptops für Endverbraucher Premiere.

Studie sieht Entwicklungsschub durch Sanktionen

Die aktuelle Entwicklung bei Huawei ist kein Einzelfall. Eine im vergangenen Jahr publizierte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Sanktionen vor allem in China ein Schub für die Entwicklung sind. Chinesische Unternehmen, die durch amerikanische Exportbeschränkungen betroffen waren, steigerten ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben um 49 Prozent und ihre Patentanmeldungen um 41 Prozent. Untersucht wurden allerdings konkrete Exportbeschränkungen aus dem Jahr 2007, nicht die späteren Huawei-Sanktionen.

Im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist die Entwicklung ähnlich. Weil China bestimmte Hochleistungsprozessoren nicht mehr beziehen kann, entstehen Alternativen aus eigener Entwicklung. Neben Huawei sind Alibaba und Biren Technology wichtige Akteure. Deep Seek hat zudem gezeigt, dass leistungsfähige KI-Modelle auch mit eingeschränktem Zugang zu den modernsten Chips entwickelt werden können.