Nach dem Rückzug von Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz aus der Politik hat auch dessen Nachfolger als Regierungschef, Alexander Schallenberg, seinen Rücktritt angekündigt. Er werde zurücktreten, „sobald parteiintern die entsprechenden Weichenstellungen vorgenommen sind“, erklärte Schallenberg am Donnerstagabend in Wien. Er sprach sich dafür aus, dass künftig wieder der Parteivorsitzende der konservativen ÖVP auch die Regierung führe.
Damit ist Alexander Schallenberg der am kürzesten dienende Kanzler Österreichs, wie ein Twitter-Nutzer feststellte:

Karl Nehammer ist neuer Bundeskanzler in Österreich

Der 49-jährige Karl Nehammer soll neuer Chef der konservativen ÖVP und neuer Kanzler Österreichs werden. Das hat der Parteivorstand der ÖVP am Freitag nach den Worten Nehammers einstimmig beschlossen. Der bisherige Innenminister folgt Alexander Schallenberg nach, der nach nur knapp zwei Monaten im Amt seinen Posten zur Verfügung gestellt hatte. Auslöser der Personalrochade war der Rückzug des Ex-Kanzlers Sebastian Kurz von allen Parteiämtern und der Politik generell.
Nehammer ist ehemaliger Berufssoldat im Rang eines Leutnants und langjähriger Parteifunktionär. Er steht unter anderem für eine harte Haltung gegen illegale Migration und gegen radikale islamistische Strömungen. Eines seiner Hauptprojekte als Innenminister war der Umbau des Verfassungsschutzes, der in den vergangenen Jahren mehrfach in die Kritik geraten war und auch im Vorfeld des Terroranschlags vom 2. November 2020 Mängel offenbarte.

Regierungskrise in Österreich: Neuwahlen möglich?

Nach Angaben des Portals „oe24“ will die ÖVP-Führung am morgigen Freitag zusammenkommen, um die Zukunft des Landes zu besprechen. Dem Portal zufolge soll auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck abtreten.
Ob eine Neuwahl in Österreich im Jahr 2022 ansteht, ist noch unklar. Nach aktuellem Stand steht Österreich aber in einer tiefen Regierungskrise – die möglicherweise auf eine Neuwahl hinausläuft. Zuletzt hat das Nachbarland im Jahr 2019 gewählt.