Nahost-Konflikt: Iran und USA haben sich offenbar über Abkommen verständigt – wird es in der Schweiz unterzeichnet?

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif im Gespräch mit US-Vizepräsident Vance.
Jacquelyn Martin/AP POOL/dpa- Pakistan meldet Durchbruch: USA und Iran einigen sich laut Islamabad auf Abkommen.
- Premier Shehbaz Sharif: Finaler, abgestimmter Text liegt vor, nächste Schritte werden fixiert.
- Iranischer Außenminister Araghtschi: Rahmenabkommen nahe, Medien sollen Spekulationen meiden.
- Trump berichtete von Fortschritten und stellte eine mögliche Unterzeichnung in Europa in Aussicht.
- Verhandlungen liefen in Islamabad mit US-Vize JD Vance und Irans Führung – noch ohne Durchbruch beendet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die USA und der Iran haben sich dem Vermittler Pakistan zufolge über ein Abkommen verständigt. „Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde“, schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X. „Pakistan arbeitet nun eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte zu finalisieren. Ein Frieden war noch nie so greifbar wie jetzt.“
Bereits zuvor hatte er iranische Außenminister Abbas Araghtschi ein Rahmenabkommen zwischen seinem Land und den USA in greifbarer Nähe gesehen. „Die Absichtserklärung von Islamabad stand noch nie so kurz vor dem Abschluss“, schrieb Araghtschi ebenfalls auf X. „Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten“, fügte er hinzu. Einzelheiten würden der Öffentlichkeit zu gegebener Zeit mitgeteilt.
Hoffen auf Einigung zwischen Iran und USA
US-Präsident Donald Trump hatte bereits Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran über ein Kriegsende verkündet. Wahrscheinlich werde es eine Unterzeichnung geben, „vielleicht in Europa“, sagte der Republikaner am Donnerstag (Ortszeit) im Oval Office vor Reportern.
Araghtschi bezog sich auf die Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Anfang April. Damals hatte eine Delegation aus Washington, angeführt von Vizepräsident JD Vance, mit dem iranischen Außenminister und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf über ein Kriegsende gesprochen. Das zweitägige Treffen endete unter pakistanischer Vermittlung jedoch ohne Durchbruch.
In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April eigentlich geltenden Waffenruhe mehrfach gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. In der Nacht zum Freitag blieb es ruhig.
Mögliche Unterzeichnung in der Schweiz
Die Schweiz hat angeboten, als Ort für die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran zu dienen. „Die Schweiz ist voll mobilisiert. Wir stehen in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten und dem Iran“, erklärte das Schweizer Außenministerium am Freitagabend in einer kurzen Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP.
Die Schweiz unterstütze als Vermittler die Bemühungen um eine Absichtserklärung, die darauf abziele, „den Waffenstillstand zu festigen und den Weg für eine Deeskalation im Rahmen des Konflikts zwischen dem Iran und den USA zu ebnen“, hieß es weiter in der Mitteilung des Ministeriums. Es habe „die Schweiz als Ort für eine mögliche Unterzeichnung vorgeschlagen, falls die Parteien dem zustimmen“.
Mögliche Verabredung zu folgenden Punkten
Ein Rahmenabkommen wäre ein wichtiger Meilenstein für ein Ende des Kriegs, den die USA und Israel am 28. Februar gegen den Iran begonnen hatten. Anfang April einigten sich die Staaten auf eine Waffenruhe. Es folgten Friedensgespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Einen Durchbruch gab es damals jedoch nicht. Der Konflikt drohte zwischenzeitlich immer wieder neu zu eskalieren.
Zuletzt lagen die Positionen vor einem möglichen Rahmenabkommen deutlich auseinander. Streit gibt es unter anderem um Irans Atomprogramm, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, den Krieg im Libanon, Sanktionen gegen den Iran und eingefrorene iranische Vermögen im Ausland.
Unterschiedliche Berichte über Details des Abkommens
In den Verhandlungen soll US-Kreisen zufolge ausgehandelt worden sein, Irans hochangereichertes Uran zu zerstören und abzutransportieren. Nach US-Darstellung sollen Irans Atomanlagen demontiert werden. Iranisches Vermögen soll erst freigegeben werden, wenn das Land Gegenleistungen erbracht habe. Die Straße von Hormus soll wieder geöffnet werden. Außerdem habe der Iran zugestimmt, Terrorgruppen in der Region nicht weiter zu finanzieren. In welcher Zeit diese angepeilten Ziele erreicht werden sollen, blieb unklar.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte zuvor über 14 Eckpunkte berichtet, die in einem Abkommen vereinbart worden seien. Darin heißt es unter anderem, dass die Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen geöffnet werde. Im Gegenzug sollten die USA ihre Seeblockade aufheben. Innerhalb von 60 Tagen solle dann eine Einigung im Atomstreit erzielt werden. Auch aus US-Kreisen verlautete ein solcher Zeitrahmen für die vertieften Verhandlungen.
Die iranische Darstellung spricht auch von der Aufhebung von Sanktionen, der Freigabe von Milliardenvermögen und Reparationszahlungen an den Iran. Experten waren skeptisch, ob die USA einer solchen Fassung zugestimmt hätten.
Israels Verteidigungsminister warnt vor Zugeständnissen an Iran
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat Vorbehalte gegen ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran erkennen lassen. US-Präsident Donald Trump strebe eine Vereinbarung an, die vor allem amerikanischen Interessen diene, schrieb Katz auf Telegram.
Zwar hätten die USA und Israel das gemeinsame Ziel, den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern, erklärte Katz. Israel erwarte jedoch, dass Washington auch weitere Sicherheitsbedenken berücksichtige. Dabei nannte er das iranische Raketenprogramm sowie die Unterstützung bewaffneter Gruppen – Katz sprach von Terroristen – durch Teheran.
Katz will nicht auf „Sicherheitszonen“ verzichten
Der Verteidigungsminister kündigte außerdem an, Israel werde sich nicht aus den von ihm ausgewiesenen „Sicherheitszonen“ im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen zurückziehen. Er begründete dies mit einer Bedrohung durch „dschihadistische Kräfte und Organisationen“.
Welche Gruppen Katz konkret meinte, sagte er nicht. Die Äußerung dürfte sich unter anderem auf die islamistische Hamas im Gazastreifen sowie die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon beziehen. Beide Organisationen werden vom Iran unterstützt.
Kritik aus dem erzkonservativen Lager Irans
Trump warf dem Iran später vor, Falschinformationen über mögliche Verabredungen mit den USA zu verbreiten. Bedingungen für ein mögliches Rahmenabkommen, die das Land durchgestochen habe, hätten „NICHTS“ mit dem zu tun, was vereinbart worden sei, schrieb der Republikaner auf Truth Social. Ob er sich konkret auf den Fars-Bericht bezog, blieb aber unklar. Trump nannte keine Details und sprach von „unehrenhaften“ Leuten, mit denen man es zu tun habe. „Sie sollten sich besser zusammenreißen - und zwar SCHNELL!“, drohte er.
Auch aus dem Iran gab es aus dem erzkonservativen Lager Kritik an einem möglichen Abkommen mit den USA, die seit der Revolution von 1979 eigentlich als Erzfeind der Islamischen Republik gelten. In der neuen Version des Abkommens sei die Freigabe iranischer Gelder an den Fortschritt der Verhandlungen gekoppelt, bemängelte der Abgeordnete Mahmud Nabawian, der als einflussreiche Stimme der Fundamentalisten gilt. „Von einem Sieg zu sprechen sei angesichts dieses unklaren und schädlichen Textes völlig falsch“, zitierte ihn das Onlineportal „Hammihan“.
