Nach Terroranschlag bei Paris
: „Mein Kampf“ und Gasflaschen – Polizei findet Arsenal in Täter-Wohnung

Nach der wohl rassistisch motivierten Terrortat bei Paris werden weitere Details zum Täter bekannt. Derweil ringt ein 12‑jähriges Opfer der Tat noch immer mit dem Tod.
Von
Ole Rockrohr
Paris
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Schüsse aus Auto in Frankreich: Die Polizei durchsucht nach Schüssen in Trappes vor den Toren von Paris ein Auto an einer Tankstelle. Ein Mann in einem Auto hat in Gemeinden bei Paris auf offener Straße mehrere Schüsse abgefeuert. Es gebe mindestens einen Toten und vier Verletzte, wie die französische Nationalpolizei mitteilte. Der Mann aus dem Wagen sei festgenommen worden. (zu dpa: «Terrortat bei Paris: Ex-Präsident Hollande sieht «rassistischen Hass»»)

Die Polizei durchsucht nach dem Anschlag bei Paris ein Auto an einer Tankstelle. Die Untersuchungen deuten immer mehr auf ein rassistisches Motiv hin.

Emma Da Silva/AP/dpa
  • Ermittlungen nach Anschlag nahe Paris: Hinweise auf rassistisches Motiv verdichten sich.
  • Täter hatte Cannabis und Kokain im Blut, ist psychiatrisch beobachtet – Gewahrsam aufgehoben.
  • In Wohnung gefunden: Gasflaschen, Zünder, Zeitschaltmechanismus – dazu „Mein Kampf“, Bibel, Koran.
  • Der 39‑Jährige schoss aus dem Auto, tötete einen Mann afrikanischer Herkunft und verletzte mehrere.
  • Ein zwölfjähriges Mädchen liegt nach acht Treffern in Lebensgefahr, Angehörige üben scharfe Kritik.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Nach dem Terroranschlag bei Paris laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat. Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP haben Untersuchungen nun ergeben, dass der Täter zur Tatzeit unter dem Einfluss von Drogen stand. Zudem verdichten sich die Hinweise auf einen rassistisch motivierten Hintergrund. Bei dem Täter zu Hause soll eindeutige Literatur gefunden worden sein, wie etwa Hitlers „Mein Kampf“.

Kokain im Blut gefunden

Der Angreifer, der im Westen von Paris einen Menschen getötet und fünf weitere verletzt hat, stand während der Tat unter Drogeneinfluss. Spuren von Cannabis und Kokain seien in seinem Blut nachgewiesen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag in Paris mit. Nach einer psychiatrischen Untersuchung am Vorabend sei der Polizeigewahrsam vorerst aufgehoben. Der 39-Jährige befinde sich stattdessen weiter unter psychiatrischer Beobachtung.

Diese könne bis zu 48 Stunden dauern, erklärte die Staatsanwaltschaft. Danach werde entschieden, ob sein mentaler Zustand weitere Anhörungen zulasse. Die Familie des getöteten 26-Jährigen kritisierte die Aufhebung des Polizeigewahrsams.

Ermittler finden Hitlers „Mein Kampf“ in der Wohnung des Attentäters

Der Angreifer hatte am Freitag in den Pariser Vorstädten Trappes und La Verrière aus seinem Auto heraus mit einer Maschinenpistole auf Menschen geschossen. Dabei tötete er einen Franzosen afrikanischer Herkunft und verletzte mehrere Menschen mit maghrebinischen oder afrikanischen Wurzeln. Ein zwölf Jahre altes Mädchen wurde von acht Kugeln getroffen und schwebt weiter in Lebensgefahr. Der vorbestrafte 39-Jährige wurde schließlich im nahegelegenen Coignières festgenommen.

Täter war bereits vor der Tat polizeibekannt

Der Anwalt der Familie des Getöteten erklärte, es müsse geprüft werden, ob Behördenversagen vorliege. Schließlich sei der Täter der Polizei und der Justiz bekannt gewesen und habe offenbar „Kriegswaffen“ besessen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem „rassistischen Terroranschlag“. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ ein.

Die Wohnung des Angreifers im Ort Plaisir hätte zu einem weiteren Anschlagsort werden können: Ermittler fanden dort Gasflaschen, Zünder und einen Zeitschaltmechanismus. Zudem stießen sie auf eine Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ sowie eine Bibel und einen Koran. Seine Eltern und zwei weitere Menschen aus seinem Umfeld kamen ebenfalls in Polizeigewahrsam.

Der Fall hatte eine Schockwelle in Frankreich ausgelöst. Macron hatte zunächst erklärt, es sei das erste Mal, dass in Frankreich ein Terroranschlag auf Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Religion geplant gewesen sei. Damit löste er heftige Kritik aus, denn es hatte bereits mehrere Anschläge unter anderem auf jüdische Kinder oder katholische Priester gegeben.

Am Samstag waren mehrere Hundert Menschen zu einer Solidaritätskundgebung in Trappes zusammengekommen, wo der getötete 26 Jahre alte Pengo Bossio Wangi gewohnt hatte. „Pengo ist tot, weil er schwarz war“, sagte die Anti-Rassismus-Aktivistin Assa Traoré. „Die Menschen wissen nicht, was sich in den sozial benachteiligten Vierteln abspielt, und das ist dramatisch“, fügte sie hinzu.

FRANCE-CRIME-POLITICS-CEREMONY-DEMO: Attendees and officials including mayor of Aubervilliers Sofienne Karroumi (C) and Saint-Denis Mayor Bally Bagayoko take part in a silent march in tribute to Pengo Bossio Wangi, a man killed in a shooting by an attacker on October 23, a march organised by his MMA club near the town hall of Aubervilliers, north of Paris, on October 25, 2026. A man suspected of a gun attack in the Paris suburbs that killed Pengo Bossio Wangi and wounded five other persons has left custody and been placed in a psychiatric unit for observation, French anti-terror prosecutors said on October 25, 2026. The 39-year-old suspect, partly identified as Kevin T., was arrested on October 23, in possession of a submachine gun and tear-gas grenades in his car, shortly after the victims were shot as a vehicle drove through the working-class town of Trappes and neighbouring La Verriere. (Photo by Sameer AL-DOUMY / AFP)

Angehörige und Freunde des getöteten Pengo Bossio Wangi trauern bei Paris.

Sameer Al-Doumy/afp

Der linksgerichtete Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, kritisierte all diejenigen, die Rassismus beförderten. „Sie tragen eine Mitschuld, weil sie diesen Terroristen ideologisch bewaffnet haben“, sagte er bei einer Kundgebung in Orléans gegen den Parteitag der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN). Derweil startet Marine Le Pen, die Vorsitzende der Rechtspopulisten, ihren Wahlkampf. Laut aktuellen Umfragen hat sie gute Aussichten darauf, die französischen Präsidentschaftswahlen für sich zu entscheiden.