Midterms in den USA: Die Basis bröckelt: Warum US-Präsident Trump ständig seine Reiseziele ändern muss

Alaska, Arizona, Montana - ein müder Präsident kommt wieder zu Hause an.
KENT NISHIMURA/afp- Trump reist vermehrt in republikanische Kernstaaten, statt nur Wackelkandidaten zu stützen.
- Viele einst sichere Regionen gelten nicht mehr als sicher – Beispiel Kansas mit offener Senatswahl.
- Demokraten brauchen netto vier Sitze im Senat und müssten in Trump-Hochburgen gewinnen.
- Sieben von 35 Senatsrennen sind offen, darunter Texas, Iowa und Kansas.
- Trumps Team mobilisiert die Basis und ruft dazu auf, zu wählen, als stünde er selbst zur Wahl.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer wissen will, wie es um die republikanische Seele zwei Wochen vor den Zwischenwahlen in den USA bestellt ist, der muss einen Blick in den Terminkalender von Donald Trump werfen. Arizona, Alaska, Montana – der US-Präsident ist gerade ziemlich viel in den Staaten unterwegs, in denen er eigentlich die Mehrheit auf seiner Seite wissen sollte. Das war nicht so geplant.
Anfang September hatte Trump all jene republikanischen Kandidaten in den Rosengarten des Weißen Hauses eingeladen, die in umkämpften Wahlkreisen antreten müssen. Bei saftigen Burgern versprach der Präsident, sich in den letzten Wochen vor den Wahlen ganz besonders oft bei diesen Parteifreunden blicken zu lassen. Seitdem hat Trump mit weniger als einem Drittel dieser Kandidaten Wahlkampf gemacht. Anstatt sich, wie angekündigt, auf die umkämpften Bundesstaaten zu konzentrieren, muss er ins Kernland der Republikaner. Viele republikanische Gebiete sind inzwischen nicht mehr sicher.
Beispiel Kansas. George McGill ist dort so etwas wie eine historische Persönlichkeit. Von 1930 bis 1939 war McGill Senator. Er war erst der dritte Vertreter, den die Demokraten jemals in Kansas gestellt hatten, und bis heute deren letzter. Seitdem kommen alle Senatoren aus dem landwirtschaftlich geprägten Kansas ausschließlich von den Republikanern. Länger ist solch eine Serie keiner der beiden großen Parteien in irgend einem anderen Bundesstaat gelungen. Diese Serie ist nun bedroht. Die Analysten haben Kansas vor wenigen Tagen von „sicher republikanisch“ zu „offen“ verlagert. Der republikanische Amtsinhaber Roger Marshall muss bangen, sein demokratischer Herausforderer Adam Hamilton hat Chancen. In Kansas gleicht bereits dies einer kleinen Revolution.
Demokraten müssen in Trump-Hochburgen gewinnen
Im Senat werden am 3. November insgesamt 35 Sitze gewählt. Die Demokraten benötigen einen Nettozugewinn von vier Mandaten, um eine Mehrheit von 51 zu 49 zu erreichen. Das dürfte schwierig werden, trotz der großen Unzufriedenheit im Land über hohe Lebenshaltungskosten. Nach Berechnungen der Forscher vom Politik-Newsletter „Cook Political Report“ müssten die Demokraten für dieses Ziel auch in Bundesstaaten gewinnen, in denen Trump bei der Präsidentschaftswahl zweistellig vorn lag. Ob das gelingt, ist alles andere als sicher, aber eben auch nicht unmöglich. Inzwischen stuft der Report sieben der 35 Senatsrennen als vollkommen offen ein, darunter Texas, Iowa und eben Kansas, wo die Republikaner traditionell stark sind.
Die Republikaner sind in vielen Bundesstaaten, in denen sie traditionell ohne große Mühe gewonnen haben, in die Defensive geraten. Trumps Team sucht gezielt nach Orten, an denen er in der Vergangenheit erfolgreich war und wo er nun seine republikanische Basis mobilisieren kann. Trump appelliert dabei regelmäßig an seine Anhänger, so zu wählen, als stünde er selbst zur Wahl.
Das klingt einerseits paradox, bei einem Präsidenten, der in den Beliebtheitswerten gerade absackt. Andererseits hat Trump noch immer eine große Schar an treuen Anhängern. Und die schauen sogar schon über die Midterms hinaus. In sozialen Medien kommen immer häufiger Menschen zu Worte, die erklären, Trump möge auch noch eine dritte Amtszeit anhängen. Dass die Verfassung das nicht zulässt, kümmert sie nicht. Die müsse dann halt geändert werden.

