Maximilian Krah: AfD-Spitze verhängt Auftrittsverbot – Krah verlässt Bundesvorstand

Maximilian Krah ist der Spitzenkandidat der AfD bei der Europawahl 2024.
Jean-Francois Badias/AP/dpaMaximilian Krah, AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl, hat angekündigt, sich aus dem Bundesvorstand der Partei zurückzuziehen. Er plane außerdem auf Auftritte im Europawahlkampf zu verzichten. Die Partei hat ein Auftrittsverbot für Krah verhängt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
AfD-Spitze verhängt Auftrittsverbot für Maximilian Krah
Gut zwei Wochen vor der Europawahl bricht die AfD-Spitze mit ihrem Spitzenkandidaten Maximilian Krah. Der Bundesvorstand habe ein Auftrittsverbot für Krah verhängt, bestätigte ein Parteisprecher am Mittwoch eine Meldung der „Bild“– Zeitung.
Rechtspopulisten in Frankreich beendeten Zusammenarbeit mit AfD
Frankreichs Rechtspopulisten gaben am Vorabend bekannt, im Europaparlament nicht mehr mit der AfD kooperieren zu wollen. Sie halten die AfD inzwischen für zu radikal und kündigten deshalb die Zusammenarbeit auf. Der Chef der Partei Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung, RN) und Spitzenkandidat für die Europawahl, Jordan Bardella, habe „die Entscheidung getroffen“, nicht mehr mit der AfD im Parlament „zu sitzen“, sagte Wahlkampfleiter Alexandre Loubet am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Anlass sind Äußerungen zur SS aus den Reihen der AfD.
Hintergrund: SS-Aussagen von Maximilian Krah
Der AfD–Spitzenkandidat für die Europawahl, Maximilian Krah, hatte am Wochenende der italienischen Zeitung „La Repubblica“ gesagt, nicht jeder SS–Mann sei ein Verbrecher gewesen. In Frankreich wurden die Aussagen als Verharmlosung der Nazizeit verstanden.
Bisher gehören AfD wie Rassemblement National im Europaparlament der Rechtsaußen–Fraktion Identität und Demokratie (ID) an. Spätestens seit November wurden allerdings massive Brüche deutlich: Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen distanzierte sich nach dem Potsdamer Geheimtreffen zur „Remigration“ im Namen ihrer RN deutlich von der AfD und drohte mit einem Ende der Zusammenarbeit.
Auch ein Besuch von AfD–Chefin Alice Weidel in Paris Ende Februar besänftigte die französischen Rechtspopulisten nicht. Wahlkampfleiter Loubet sagte nun mit Blick auf die AfD: „Wir hatten offene Gespräche, aber es wurde nichts daraus gelernt. Jetzt ziehen wir die Konsequenzen.“
Rechtsruck bei der Europawahl 2024 prognostiziert
Der Bruch mit der AfD kommt gut zwei Wochen vor den Europawahlen, in Deutschland findet die Abstimmung am 9. Juni statt. Meinungsforscher rechnen mit einem Rechtsruck, da in Frankreich, Italien und Österreich ultrarechte Parteien vorn liegen.
AfD vor Europawahl in der Krise
Auch der AfD wurden zunächst deutliche Gewinne bei der Europawahl 2024 prognostiziert. Zuletzt gingen die Zustimmungswerte aber wieder herunter. Als Gründe werden die Massendemonstrationen gegen Rechts nach dem Potsdamer Geheimtreffen genannt. Gegen AfD–Spitzenmann Krah und den Listenzweiten Petr Bystron gibt es zudem Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldannahme aus Russland. Beide bestreiten die Vorwürfe.
