Kriminalstatistik für 2024
: Zahl der Gewalttaten bundesweit steigt um 1,5 Prozent

Der Trend hin zu mehr Straftaten, bei denen Gewalt ausgeübt oder angedroht wird, ist in Deutschland ungebrochen. Dass der Anstieg 2024 geringer ausfiel als im Jahr zuvor, ist dabei nur ein schwacher Trost.
Von
dpa
Berlin
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Bundespolizei am Bahnhof

Die Zahl der Gewalttaten hat 2024 zugenommen.

Sven Hoppe/dpa
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 zeigt einen Anstieg der Gewalttaten um 1,5%. Insgesamt wurden über 217.000 Fälle registriert – der höchste Wert seit 2007. Die Teillegalisierung von Cannabis führte zu einem Rückgang der Gesamtkriminalität. Fälle mit Schusswaffen stiegen um 6%. Bei ausländischen Tatverdächtigen gab es eine Zunahme um 7,5%. Wirtschaftskriminalität stieg um 57%.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 bietet Anlass zur Sorge. Zwar ging die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um 1,7 Prozent auf rund 5,83 Millionen Fälle zurück. Diese Entwicklung ist jedoch ganz wesentlich auf die Teillegalisierung von Cannabis zum 1. April 2024 zurückzuführen.

Die Gewaltkriminalität nahm hingegen zu – um 1,5 Prozent. Mit bundesweit mehr als 217.000 Gewalttaten erreichte sie im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit 2007. Immerhin: Ganz so steil wie im Vorjahr, als 8,6 Prozent mehr Gewalttaten registriert worden waren als 2022, zeigte die Kurve 2024 nicht mehr nach oben.

Statistik erfasst jetzt auch Einsatz von Messern

Bei 6,3 Prozent der vollendeten Gewalttaten – dazu zählen unter anderem Mord, Totschlag, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung – wurde ein Messer benutzt oder damit gedroht.

Um sechs Prozent zugenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl der Fälle, in denen mit Schusswaffen gedroht wurde. In 4.687 Fällen wurde laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) mit einer Schusswaffe geschossen – plus 1,9 Prozent.

Während die Zahl der zu Gewalttaten ermittelten deutschen Tatverdächtigen im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent stieg, registrierten die Polizeibehörden von Bund und Ländern bei den nicht deutschen Tatverdächtigen hier eine Zunahme um 7,5 Prozent. Allerdings weist das Bundeskriminalamt (BKA) darauf hin, dass auch der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung im Verlauf des Jahres zugenommen hat. Studien zeigen zudem, dass Menschen eine Tat eher zur Anzeige bringen, wenn sie vermuten, dass der mutmaßliche Täter ein Ausländer ist.

Keinen allgemeinen Trend kann man laut BKA aus der starken Zunahme von Fällen im Bereich der Wirtschaftskriminalität ablesen. Hier stieg die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 57 Prozent auf rund 22.400 Fälle an. Grund dafür sei der Abschluss zum Teil mehrjähriger Ermittlungen in 

Sammelverfahren mit einer Vielzahl von Geschädigten, heißt es in den Erläuterungen zur Statistik.