Krieg in Nahost: Israel und Hamas einigen sich auf Waffenstillstand

Freude bei Demonstranten in Tel Aviv: Israel und die Hamas haben sich offenbar auf eine Waffenruhe und Geiselfreilassung geeinigt.
JACK GUEZ/AFP- Hamas hat einem Gaza-Deal zugestimmt, der Waffenruhe und Geiselfreilassung umfasst.
- Israel legte Abzugspläne vor, alle palästinensischen Fraktionen akzeptierten den Vorschlag.
- Israels Unterhändler stimmten ebenfalls zu, Netanjahus Büro wartet auf Hamas' offizielle Antwort.
- Vermittlungsgespräche von USA, Ägypten und Katar liefen monatelang ohne Fortschritt.
- Demonstranten fordern seit Tagen Waffenruhe und Freilassung der Geiseln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Hamas im Gazastreifen hat nach Angaben aus Kreisen der Islamistenorganisation schriftlich einem Abkommen zugestimmt, das eine Waffenruhe und die Freilassung weiterer Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge vorsieht. Katar bestätigt den Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas.
Die Zustimmung wurde demnach bei den Vermittlern in Katar hinterlegt. Dies sei geschehen, nachdem Israel, wie von ihr verlangt, Pläne für den Abzug seiner Truppen vorgelegt habe, hieß es aus Kreisen der Hamas in Katar. Alle palästinensischen Fraktionen haben den Kreisen zufolge den Vorschlag akzeptiert. Auch Israels Unterhändler haben dem Plan bereits zugestimmt. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Nachmittag aber zunächst noch mitgeteilt, dass die Hamas bislang keine Antwort gegeben habe.
33 Geiseln sollen freikommen
Medienberichten zufolge soll die Vereinbarung zunächst eine etwa sechswöchige Waffenruhe vorsehen. Außerdem sollen 33 Geiseln aus der Gewalt der Hamas freigelassen werden – zuerst Zivilistinnen sowie Minderjährige. Danach Männer über 50 Jahre.
Im Gegenzug dazu werden für jede Geisel 30 palästinensische Gefangene aus israelischer Haft entlassen. Für jede israelische Soldatin, die in der Gewalt der Hamas sei, würden 50 palästinensische Gefangene freikommen
Außerdem solle sich die israelische Armee schrittweise aus dem Gazastreifen zurückziehen. Dafür sollen 600 Lkw-Ladungen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gebracht werden.
Das israelische Außenministerium kündigte in einer Stellungnahme an, dass die Regierung voraussichtlich am Donnerstag über die Einigung abstimmen werde.
Katarisches Außenministerium kündigt Pressekonferenz an
Bereits seit Monaten liefen Bemühungen der USA, Ägyptens und Katars, durch indirekte Verhandlungen Israel zu einer Waffenruhe und die Hamas zur Freilassung israelischer Geiseln zu bewegen. Die Gespräche traten aber monatelang auf der Stelle.
Das katarische Außenministerium wird nach eigenen Angaben auf einer Pressekonferenz über die Verhandlungen zur Beendigung des Gaza-Kriegs berichten. Das Außenministerium postete am Abend auf der Plattform X einen Link zu einer Live-Übertragung. Eine Uhrzeit nannte das Ministerium bisher nicht.

Menschen im Süden Gazas feiern den offenbar beschlossenen Deal zwischen Israel und der Hamas.
BASHAR TALEB/AFPTrump und Guterres erleichert
Der künftige US-Präsident Donald Trump hat erleichtert auf Berichte über eine Einigung über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und eine Freilassung der Geiseln reagiert. „Wir haben eine Einigung für die Geiseln im Nahen Osten“, schrieb er auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social in Versalien. „Sie werden in Kürze freigelassen. Danke.“
UN-Generalsekretär António Guterres hat den erwarteten Waffenstillstand im Gaza-Streifen zwischen der Terrorgruppe Hamas und Israel als ermutigend bezeichnet. Ein Abkommen könne zu einem vorsichtigen Optimismus für 2025 beitragen, betonte Guterres am Mittwoch in New York.
In seiner Neujahrsansprache vor der UN-Vollversammlung rief Guterres die Nahost-Verhandlungsführer auf, die Vereinbarung tatsächlich zu beschließen. Im gesamten Nahen Osten „müssen wir den Extremisten ein Veto gegen eine friedliche Zukunft verwehren“, sagte er.