Terror in Israel
: Deutsche in der Gewalt der Hamas – Ravensburgerin bangt um entführte Tochter

Bei den Terrorangriffen der Hamas in Israel soll auch eine Deutsche mit Wurzeln in Ravensburg entführt worden sein, die auf einem Friedensfestival feierte. Ihre Mutter meldete sich auf Social Media.
Von
Uwe Keuerleber,
Roland Müller
Tel Aviv
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Die Mutter der vermutlich in Israel entführten 22-Jährigen hat sich auf Social Media gemeldet.

Abed Rahim Khatib/dpa; Screenshot: Twitter Visegrád 24; Collage: Befunky

Laut verschiedenen Medienberichten soll unter den entführten Zivilisten, die von der Hamas als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden, auch eine deutsche Staatsbürgerin sein. Dabei handelt es sich offenbar um eine 22-jährige mit Wurzeln im baden-württembergischen Ravensburg. Ein Cousin des Opfers bestätigte die Entführung der „Washington Post„. Die junge Frau soll mit einer Touristengruppe unterwegs gewesen und von der Hamas verschleppt worden sein. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hat mit mit der Mutter des Opfers gesprochen. Demnach stammt die Mutter aus Ravensburg und ist vor etwa 30 Jahren nach Israel ausgewandert. Ihre 22-jährige Tochter lebte nie in Deutschland, beide haben aber die deutsche Staatsangehörigkeit, die Familie hofft auf Hilfe der deutschen Behörden.

Mutter bittet in Video auf Social Media um Hinweise

Es ist unklar, ob die 22-Jährige noch am Leben ist, ein Video, das in sozialen Netzwerken kursiert, zeigt sie regungslos auf der Ladefläche eines Geländewagens. „Sie sieht bewusstlos aus“, sagte die Mutter dem „Spiegel“. In dem sozialen Netzwerk X wird ein Aufruf der Mutter verbreitet, in dem sie sagt, sie habe ihre Tochter in dem Hamas-Video eindeutig erkannt und um Hinweise bittet. Das Opfer hat auffällige Tätowierungen, die offenbar eine eindeutige Identifizerung zulassen.

Die 22-Jährige soll auf einem Festival im Kibbuz Re’im mit Tausenden Besuchern nahe der Grenze zum Gaza-Streifen gefeiert haben. Wie Augenzeugen der „Times of Israel“ berichteten, brach eine Massenpanik aus, als erste Raketen zu hören waren, danach stürmten Hamas-Terroristen das Gelände und feuerten Schüsse ab.

Bundesregierung prüft, ob Deutsche von Hamas-Angriff betroffen sind

Eine offizielle Bestätigung für den Fall gibt es noch nicht. Am Samstag (7.10.) prüfte die Bundesregierung, ob deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger vom Großangriff der Hamas auf Israel und der Entführung von Menschen aus dem Land durch die islamistische Organisation betroffen sind. Das Auswärtige Amt in Berlin und die deutsche Botschaft in Tel Aviv stünden mit den israelischen Behörden in engem Austausch, um aufzuklären, ob und inwiefern deutsche Staatsangehörige betroffen seien, hieß es am späten Samstagabend aus dem deutschen Außenministerium. Die Lage in Israel und den palästinensischen Gebieten sei weiterhin unübersichtlich.

Zu konsularischen Einzelfällen und Geiselnahmen deutscher Staatsangehöriger äußere sich die Bundesregierung grundsätzlich nicht, hieß es weiter.

Über die aktuelle Lage in Israel berichten wir in einem Liveblog.