Nach gescheiterten Verhandlungen
: Russland und Ukraine einigen sich auf Austausch von Gefangenen

Die Ukraine wirft Russland vor, die Gespräche beider Länder in Istanbul scheitern zu lassen. Der russische Verhandlungsführer erklärt sich zu weiteren Treffen bereit.
Von
Christian Wille
Istanbul
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This handout photograph taken and released by Turkish Foreign Ministry on May 16, 2025, shows Turkish Foreign Minister, Hakan Fidan (C), Russian delegation (R) and Ukrainian delegation (L) attending a meeting for Ukraine-Russia peace talks at the Turkish Presidential office Dolmabahce, in Istanbul. (Photo by Handout / TURKISH FOREIGN MINISTRY / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /  Turkish Foreign Ministry" - HANDOUT - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Die ersten direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine seit über drei Jahren wurden nach Angaben aus dem türkischen Außenministerium am Nachmittag beendet.

HANDOUT/AFP
  • Verhandlungen zwischen Russland und Ukraine in Istanbul nach drei Jahren wieder beendet.
  • Russland fordert Aufgabe ukrainisch kontrollierter Gebiete für Waffenruhe.
  • Treffen vom türkischen Außenminister Fidan eröffnet, der eine rasche Waffenruhe forderte.
  • Russlands Delegation von Präsidentenberater Medinski, die ukrainische von Verteidigungsminister Umerow angeführt.
  • Selenskyj reiste in die Türkei, nahm aber nicht persönlich teil.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine am Freitag in der Türkei wurden beendet. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AFP, Moskau verlange von Kiew die Aufgabe ukrainisch kontrollierter Gebiete als Vorbedingung für eine Waffenruhe. Die Forderungen gingen „über das hinaus, was vor dem Treffen besprochen wurde“.

Verhandlung zwischen Russland und Ukraine beendet

Die ersten direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine seit über drei Jahren wurden nach Angaben aus dem türkischen Außenministerium am Nachmittag beendet.

Nach Meinung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben beide Länder eine Friedenslösung verpasst. „Wir hatten diese Woche eine echte Chance, uns auf ein Ende des Kriegs hinzubewegen – hätte (Wladimir) Putin nicht davor Angst gehabt, in die Türkei zu kommen“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X vom Rande eines Gipfeltreffens europäischer Staats- und Regierungschefs in Albanien. Er selbst sei zu einem direkten Treffen mit dem Kremlchef bereit gewesen, um die wichtigsten Fragen auszuräumen. „Er hat aber zu nichts zugestimmt.“

Russland und Ukraine einigen sich auf Gefangenenaustausch

Derweil sickern nach Ende der Verhandlungen immer mehr Details nach außen. Demnach haben Russland und die Ukraine zum Auftakt ihrer direkten Gespräche einen großen Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen vereinbart. Das bestätigten Vertreter beider Delegationen in Istanbul. Der Austausch solle „in nächster Zeit“ erfolgen, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow. Laut dem russischen Verhandlungsführer sei das Land außerdem zu Fortsetzung von Ukraine-Kontakten bereit.

Die etwas mehr als eineinhalbstündigen Verhandlungen hatten nach tagelangem Hin und Her am Mittag in der türkischen Metropole begonnen. Das Treffen wurde vom türkischen Außenminister Hakan Fidan eröffnet, der eine rasche Waffenruhe forderte und der nach Angaben aus seinem Ministerium auch während der anschließenden Gespräche dabei war.

Führende Vertreter Russlands und der Ukraine

Die russische Delegation wurde vom Präsidentenberater Wladimir Medinski angeführt, die ukrainische Delegation von Verteidigungsminister Rustem Umerow.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte am Sonntag als Reaktion auf einen europäischen Vorstoß für eine 30-tägige Feuerpause die direkten Verhandlungen mit der ukrainischen Seite in Istanbul vorgeschlagen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reiste daraufhin in die Türkei, nahm aber nicht selbst an den Gesprächen teil, weil Putin lediglich eine Delegation auf niedrigerer Ebene entsandt hatte.

Mit Material von AFP