Kontroverse nach Baby-News: Spahn äußert sich – und legt seine politische Zukunft in die Hand der Fraktion

„Für mich gibt es, und das wird mir jede Stunde immer bewusster, nichts Wichtigeres als meine Familie“: Das sagte Jens Spahn in einer ersten Stellungnahme.
Michael Kappeler/dpa- Spahn lässt über seine Zukunft als Unionsfraktionschef die Fraktion entscheiden.
- Er will die Frage im September mit den Abgeordneten von CDU und CSU erörtern.
- Anlass ist die Elternschaft per Leihmutterschaft in den USA, die Kritik ausgelöst hat.
- Spahn betont den Schutz seiner Familie und spricht von einem langen inneren Ringen.
- Merz: Keine Änderung der Rechtslage, Diskussion im nächsten CDU-Präsidium geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Unionsfraktionschef Jens Spahn legt die Entscheidung über seine politische Zukunft im Amt in die Hand der Abgeordneten von CDU und CSU. „Ich werde die Frage, wie es weitergeht, mit der Fraktion natürlich erörtern, wenn wir uns im September wiedersehen“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“.
Auf einen möglichen Rücktritt angesprochen, sagte Spahn im Podcast „Ronzheimer“: „Am Ende kann ja nur die Fraktion darüber entscheiden, wie es weitergeht.“ Zur Frage, ob er weitermachen wolle, erklärte er: „Ich werde mit meiner Fraktion darüber reden und das in ihre Verantwortung – wo es ja auch hingehört, der Vorsitzende der Fraktion – auch legen.“
Zugleich betonte Spahn: „Für mich ist jedenfalls eins klar: Für mich gibt es, und das wird mir jede Stunde immer bewusster, nichts Wichtigeres als meine Familie.“
Debatte über Leihmutterschaft angestoßen
Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte den Jungen zur Welt. In Deutschland gibt es Kritik, weil Leihmutterschaft hier verboten ist und sich die CDU klar gegen eine Legalisierung ausspricht, so wie in der Vergangenheit auch Spahn selbst. Kritiker sprechen von doppelten Standards, auch aus der CDU gibt es Rücktrittsforderungen. Laut Berichten des „Spiegel“ komme das Thema vor allem bei Wahlkämpfern der CDU im Osten äußerst schlecht an, es herrsche teils „Fassungslosigkeit“.
Bei „Bild“ sagte Spahn: „Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen, haben wir uns für diesen Weg entschieden.“ Er kenne es als Christ, dass „das eine die reine Lehre ist und das andere das echte Leben. Und dass das manchmal kein Schwarz und Weiß hat und keine einfachen Entscheidungen“.
Bundeskanzler Merz will im CDU-Präsidium darüber sprechen
Er stelle sich der politischen Diskussion, die seine Vaterschaft ausgelöst habe: „Ich muss nur die Balance schaffen“, sagte Spahn. „Es ist und bleibt was sehr Privates. Ich möchte meine Familie schützen.“
Bundeskanzler Friedrich Merz will das Thema unterdessen parteiintern aufarbeiten. Er sehe nicht, dass an der geltenden Rechtslage zur Leihmutterschaft „Änderungen vorgenommen werden sollen“, sagte Merz am Freitag in Brühl. „Und alles weitere werden wir in der nächsten Sitzung des Präsidiums der CDU Deutschlands besprechen.“ Ihm sei bewusst, dass dieses Thema in seiner ganzen Dimension menschlich, juristisch, gesellschaftlich und ethisch sehr viele Menschen in Deutschland im Augenblick bewege, sagte Merz weiter. Zudem betonte er, dass die CDU erst Anfang des Jahres auf ihrem Parteitag einen Beschluss gefasst hatte, in dem Leihmutterschaft weiterhin abgelehnt wird.
Spahn sprach im „Bild“-Podcast auch über den Parteitagsbeschluss – bei dem damaligen Delegiertentreffen war die Leihmutter seinen Angaben zufolge bereits schwanger. Er ärgere sich im Nachhinein, sich damals nicht geäußert zu haben, sagte Spahn. „Ich hätte es tun sollen im Nachhinein.“ Damals sei er jedoch „noch nicht so weit“ gewesen, diese Debatte führen zu können. Er wolle sich nun aber der Debatte stellen.

Dass Unionsfraktionschef Jens Spahn für seinen Kinderwunsch deutsche Gesetze umgeht, ohne die Voraussetzungen für andere verändern zu wollen, spricht Bände.