Kommt Grönland als Nächstes?: Trump kündigt Entscheidung in 20 Tagen an

Trump machte sich über Nato-Partner Dänemark lustig: „Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt.“
Steffen Trumpf/dpa- Trump erwägt Übernahme Grönlands und nennt nationale Sicherheit als Grund.
- Dänemark lehnt ab und fordert ein Ende von Trumps Drohungen.
- Skandinavische Länder stellen sich hinter Dänemark und Grönland.
- Trumpf macht sich über Dänemarks Sicherheitsmaßnahmen in Grönland lustig.
- Grönlands Regierung weist Übernahmepläne entschieden zurück.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag mit neuen Äußerungen die Angst vor einer möglichen Annexion Grönlands durch die USA befeuert. „Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein“, sagte Trump am Sonntag an Bord seiner Präsidentenmaschine Air Force One.
Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sei aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland „haben“ sollten, behauptete Trump. „Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern“, sagte Trump und fügte hinzu: „Lassen sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen“.
Dänemark: Trump soll Drohungen einstellen
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen hatte Washington am Wochenende aufgefordert, seine „Drohungen gegen einen historischen Verbündeten“ einzustellen. „Ich muss dies den USA sehr klar sagen: Es ist absolut absurd zu sagen, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über Grönland übernehmen sollten“, erklärte sie. Zudem betonte sie, dass Dänemark, „und damit auch Grönland“, ein Nato-Mitglied sei und somit durch Sicherheitsgarantien des Bündnisses geschützt.
Trump ließ sich davon nicht beirren und machte sich ausdrücklich über den Nato-Partner lustig: „Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie noch einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine großartige Verstärkung.“ Trump hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.
In einem Telefoninterview mit dem US-Magazin „The Atlantic“ wurde er zuvor am Wochenende gefragt, was der Militäreinsatz in Venezuela für Grönland bedeute. „Das werden sie sich selbst ansehen müssen. Ich weiß es wirklich nicht“, sagte Trump und fügte hinzu: „Aber wir brauchen Grönland, unbedingt. Wir brauchen es zur Verteidigung.“
Grönland in US-Farben
Zugleich löste die Frau eines der wichtigsten Berater Trumps mit einem Bild der Insel in den Farben der US-Flagge Empörung aus. Katie Miller, Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller, postete am Samstag auf ihrem Konto im Onlinedienst X ein Bild, das eine Karte von Grönland in den Farben der US-Flagge zeigt. Darüber stand in Großbuchstaben „Bald“.
Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen kritisierte den Beitrag Millers als „respektlos“. „Die Beziehungen zwischen Nationen und ihren Bevölkerungen basieren auf gegenseitigem Respekt und internationalem Recht - nicht auf symbolischen Gesten, die unseren Status und unsere Rechte missachten“, erklärte Nielsen.
Laut Nielsen gibt es aber weder Grund zur Panik noch zur Sorge. „Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden.“ Stephen Miller gilt in vielen Bereichen als der Architekt von Trumps Politik und berät diesen in seiner harten Einwanderungspolitik und der innenpolitischen Agenda.
Skandinavien stellt sich hinter Dänemark
Der dänische Botschafter in den USA, Jesper Möller Sörensen, verlangte „die uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität“ Dänemarks. Kopenhagen und Washington seien „enge Verbündete und müssen als solche weiterhin zusammenarbeiten“, schrieb er auf X.
Auch die Regierungschefs von Schweden und Norwegen sowie Finnlands Präsident stellten sich öffentlich hinter Frederiksen. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Store schrieb auf der Plattform X: „Grönland ist ein integraler Teil des Königreichs Dänemark. Norwegen steht in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemarks.“
Schwedens Ulf Kristersson teilte mit: „Nur Dänemark und Grönland haben das Recht, über Angelegenheiten, die Dänemark und Grönland betreffen, zu entscheiden.“ Er fügte hinzu: „Schweden steht voll und ganz hinter seinem Nachbarland.“
Finnland hat guten Draht zu Trump
Finnlands Präsident Alexander Stubb, dem ein besonderer Draht zum US-Präsidenten nachgesagt wird, schrieb: „Niemand entscheidet für Grönland und Dänemark außer Grönland und Dänemark selbst.“
US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Übernahme Grönlands durch die USA gedroht und dabei auch die Anwendung von Gewalt nicht ausgeschlossen. Zuletzt sorgte er mit der Ernennung eines Sondergesandten für Grönland auf der Insel selbst, in Kopenhagen und in der EU für Empörung.
Die größte Insel der Welt Grönland liegt im Nordatlantik und Arktischen Ozean zwischen Nordamerika und Europa. Auch befindet sich die Insel auf direkter Strecke einer möglichen Raketenflugbahn zwischen Russland und den USA.
Im Boden Grönlands lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis von Seiten der USA, Chinas und Russlands zuletzt deutlich gewachsen.



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