Jährliche OECD-Studie
: Kluft bei Bildungsabschlüssen in Deutschland wächst

Magnet für ausländische Studierende, stark bei MINT-Abschlüssen, aber weiterhin eine große Kluft beim Bildungserfolg – eine jährliche OECD-Studie zeigt für Deutschland wie immer Licht und Schatten.
Von
epd, dpa
Berlin
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OECD: Kluft bei Bildungsabschluessen in Deutschland waechst: Vorstellung der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2025" am Dienstag (09.09.2025) in Berlin. (Foto v.l.: Bettina Martin (SPD), Praesidentin der Wissenschaftsministerkonferenz und Ministerin fuer Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten aus Mecklenburg-Vorpommern; Katharina Guenther-Wuensch (Günther-Wünsch, CDU), Senatorin fuer Bildung, Jugend und Familie in Berlin; Mareike Wulf (CDU), Parlamentarische Staatssekretaerin im Bundesministerium fuer Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Dorothee Baer (Bär, CSU), Bundesministerin fuer Forschung, Technologie und Raumfahrt; Nicola Brandt, Leiterin des OECD Berlin Centre. In Deutschland klafft laut einer OECD-Analyse das Bildungsniveau junger Erwachsener immer weiter auseinander. 2024 hatten 15 Prozent der 25- bis 34-Jaehrigen weder die Fachhochschulreife noch eine Berufsausbildung, wie es in der vorgestellten Studie "Bildung auf einen Blick" heisst. Das waren demnach zwei Prozentpunkte mehr als 2019. Zugleich wuchs der Analyse zufolge der Anteil der jungen Erwachsenen mit einem Hochschul-, Fachhochschul- oder Berufsakademieabschluss von 33 auf 40 Prozent. Diese wachsende Kluft bei den Bildungsabschluessen sei "besorgniserregend", erklaerte die Organisation fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). (Siehe epd-Meldung vom 09.09.2025)

In Deutschland klafft laut einer OECD-Analyse das Bildungsniveau junger Erwachsener immer weiter auseinander.

Christian Ditsch/epd
  • OECD-Studie: Bildungsniveau junger Erwachsener in Deutschland driftet weiter auseinander.
  • 2024: 15 % ohne Abschluss, 40 % mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss.
  • Deutschland ist führend bei MINT-Abschlüssen; 35 % der Bachelor-Absolventen in MINT-Fächern.
  • Anteil ausländischer Studierender steigt: 2023 bei 12,7 %, größtenteils aus Asien und Europa.
  • Internationale Studierende gelten als strategisch wichtig für Wirtschaft und Innovation.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Deutschland klafft laut einer OECD-Analyse das Bildungsniveau junger Erwachsener immer weiter auseinander. 2024 hatten 15 Prozent der 25- bis 34-Jährigen weder die Fachhochschulreife noch eine Berufsausbildung, wie es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie „Bildung auf einen Blick“ heißt. Das waren demnach zwei Prozentpunkte mehr als 2019. Zugleich wuchs der Analyse zufolge der Anteil der jungen Erwachsenen mit einem Hochschul-, Fachhochschul- oder Berufsakademieabschluss von 33 auf 40 Prozent. Diese wachsende Kluft bei den Bildungsabschlüssen sei „besorgniserregend“, erklärte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Die Studie „Bildung auf einen Blick“ erscheint jedes Jahr und setzt bei der Betrachtung der Lage in den OECD-Mitgliedstaaten wechselnde Schwerpunkte. Die aktuelle Veröffentlichung beleuchtet vor allem den sogenannten tertiären Bildungsbereich, also Hochschulen, Fachhochschulen, Berufs- und Fachakademien sowie weitere ähnliche Einrichtungen.

Immer mehr ausländische Studierende in Deutschland

Zwischen den geringqualifizierten Erwachsenen und denen mit Tertiärabschluss gibt es demnach in Deutschland „unter allen teilnehmenden OECD-Ländern die größten Kompetenzdisparitäten“. Damit ist gemeint, dass Menschen mit Hochschulabschluss im Schnitt sehr viel besser lesen und alltägliche Mathematikaufgaben lösen können als Menschen ohne Fachhochschulreife oder Berufsausbildung.

Dagegen kann das deutsche Hochschulsystem im internationalen Wettbewerb um Nachwuchswissenschaftler der Studie zufolge immer stärker punkten. Deutschland ziehe zunehmend internationale Studierende an, heißt es im jährlichen Bericht.

Der Anteil ausländischer Studierender habe sich seit 2013 von 7,1 auf 12,7 Prozent im Jahr 2023 signifikant erhöht. Im OECD-Schnitt liege er bei 7,4 Prozent. Studierende aus Asien bildeten mit 44 Prozent in Deutschland die größte Gruppe, 31 Prozent kämen aus anderen europäischen Ländern.

Aktuellere Daten des Statistischen Bundesamts vom März zeigen, dass sich der Trend fortsetzt: Demnach waren im vergangenen Wintersemester 492.600 Studentinnen und Studenten aus dem Ausland in Deutschland eingeschrieben, was einem Anteil von rund 17 Prozent bei 2,87 Millionen Studierenden entspricht.

Studierende aus dem Ausland strategisch wichtig

Deutschland steht dem Bericht zufolge unter den nicht englischsprachigen Ländern bei der Zahl der ausländischen Studierenden auf Platz eins und insgesamt auf Platz vier hinter den USA, Großbritannien und Australien.

Betont wird in der Studie die „strategische Bedeutung“ einer zunehmenden Internationalisierung: Ausländische Studierende könnten – besonders wenn sie nach dem Studium im Land blieben – einen spürbaren Beitrag für Wirtschaft und Innovation leisten.

Bär: Deutschland MINT-Weltmeister

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hob bei der Vorstellung der OECD-Studie in Berlin die vielen Abschlüsse im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) hervor. Deutschland sei ein hochqualifiziertes MINT-Land und MINT-Weltmeister. 35 Prozent aller Absolventen eines Bachelor- oder gleichwertigen Programms schließen dem Bericht zufolge in Deutschland in einem MINT-Fach ab. Dies sei der höchste Anteil unter den OECD-Ländern (Durchschnitt: 23 Prozent).

Die jährliche Studie enthält eine umfassende Datensammlung zu den Bildungssystemen der Mitgliedsstaaten und weiterer Partnerländer. Dargestellt wird etwa, wie viel Geld jeweils für Bildung ausgeben wird, wie der Betreuungsschlüssel in Bildungseinrichtungen aussieht, wie groß Schulklassen sind und wie hoch die Kosten für ein Studium sind. Einige ausgewählte Befunde für Deutschland:

In der OECD haben sich 38 Industrie- und höher entwickelte Länder zusammengeschlossen. Die Organisation erstellt regelmäßig Analysen und Studien, wie etwa auch die Pisa-Studie und gibt Politikempfehlungen ab. Die Mitgliedsstaaten fühlen sich nach Angaben der Organisation der Marktwirtschaft und Demokratie verpflichtet.