Islam Konferenz: Muslimische Verbände und Regierung kommen zusammen

Ein Halbmond auf einer Moschee ist zwischen den Türmen des Kölner Doms zu sehen. Am Dienstag und Mittwoch findet in Berlin die Islamkonferenz statt.
Rolf Vennenbernd, dpaAntisemitismus sei ein zentrales Thema der Veranstaltung, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Montag in Berlin. Man wolle mit „jenen in den Dialog treten, die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten, mit ihrem Wirken für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft einstehen und sich für die Bekämpfung von Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit engagieren“. Geplant sind neben Diskussionsrunden unter anderem eine Rede von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und ein Grußwort von Altbundespräsident Christian Wulff.
Die Deutsche Islam Konferenz wurde 2006 vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble ins Leben gerufen. Sie dient der Bundesregierung zum Austausch und zur Kooperation mit Musliminnen und Muslimen. Ein Streitpunkt der Konferenz ist immer wieder, wer dort die Interessen der Muslime vertreten sollte - die konservativen Dachverbände, liberale Moscheegemeinden oder auch säkulare Muslime.
In diesem Jahr liegt auf der Konferenz ein besonderer Fokus, denn den muslimischen Verbänden wurde nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel fehlende Distanzierung vorgeworfen. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Lamya Kaddor, forderte, dass die Konferenz nicht nur ein Austauschformat sein dürfe. „Sie muss auch konkrete Ergebnisse zu aktuellen Herausforderungen liefern.“ Insbesondere zum Thema Antisemitismus innerhalb der muslimischen Communities müsse deshalb ausführlich gesprochen werden. „Dabei darf es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben, die Verbände müssen in der Folge auch strukturell wirksame Strategien gegen Antisemitismus implementieren.“