Die jüngste Erholung der Ölpreise hält weiterhin an. Am Mittwochmorgen sorgten Nachrichten über eine politische Einigung in den USA auf ein Konjunkturpaket im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für mehr Zuversicht an den Rohstoffmärkten.

Aktuell kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,99 US-Dollar. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI beträgt 23,95 Dollar.

US-Konjunkturpaket von 2 Billionen US-Dollar

Das US-Konjunkturpaket sieht nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg Hilfen im Umfang von 2 Billionen US-Dollar vor, um die von der Corona-Krise betroffene Wirtschaft zu stützen. Teil des Pakets könnte auch eine Aufstockung der strategischen Öl-Reserven um 77 Millionen Barrel sein. Das Gesetzespaket muss aber diese Woche erst noch vom Repräsentantenhaus beschlossen werden.

Aufgrund der Angebotsschwemme im Zuge des anhaltenden Preiskriegs führender Ölförderländer ist eine dauerhafte Erholung des Ölpreises ebenfalls unwahrscheinlich. Das Handelshaus Gunvor Group schätzte den weltweiten Überschuss auf 14 bis 15 Millionen Barrel am Tag. Trotz der weltweit großflächig eingetretenen Produktionsstopps und Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie signalisierten weder Saudi Arabien noch Russland im Kampf um Marktanteile einzulenken.

Wegen Coronavirus: Ölpreis fällt auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie ist der Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit 2003 gefallen. Im Zuge der Corona-Pandemie ist die weltweite Nachfrage nach Rohöl stark zurückgegangen. Gleichzeitig gebe es ein "Überangebot und einen Anbieterwettstreit zwischen Saudi-Arabien und Russland", sagte Naeem Aslam von Avatrade.

Ölpreis-Krieg zwischen Moskau und Riad drückt Benzinpreise

Riad und Moskau befinden sich derzeit in einem Ölpreis-Krieg. Anfang März hatte die russische Regierung bei Verhandlungen mit der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine Drosselung der Ölförderung zur Stabilisierung der Preise abgelehnt. Saudi-Arabien senkte daraufhin den Ölpreis massiv.

Eine Einigung ist Analysten zufolge vorerst nicht in Sicht. Am Dienstag kündigte Riad an, die Ölexporte auf mehr als zehn Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Das erhöhte den Druck auf den Ölpreis weiter.