Forderungen nach weiteren Entlastungen haben Hochkonjunktur, was angesichts steigender Preise verständlich ist. Kein Thema treibt die Menschen momentan so sehr um wie die Inflation, auch nicht der Krieg in der Ukraine. Das ist weder kaltherzig noch zynisch, sondern schlichtweg normal, wenn man nicht gerade mit dem Glück finanzieller Sorglosigkeit gesegnet ist. Der Staat trägt den Ängsten Rechnung, indem er, wie schon in der Coronakrise, die Folgen abfedert. 15 Milliarden Euro kostete das jüngste Entlastungspaket, finanziert mit Schulden, die kommende Generationen begleichen müssen. Dass die ausgesparten Rentner sich ungerecht behandelt fühlen ist natürlich nachvollziehbar.

Das Energiegeld oder eine Reform der Einkommensteuer wären sinnvoller

Man sollte jedoch auch nicht vergessen, dass ab Juli die größte Rentenerhöhung seit 30 Jahren in Kraft tritt. So oder so muss die Regierung überdenken, wie sie mit zukünftigen Entlastungspaketen umgeht. Nachhaltige Konzepte wie das im Koalitionsvertrag beschlossene Energiegeld oder die Beseitigung von Ungerechtigkeiten bei der Einkommenssteuer wären nachhaltigere Lösungen als ständig neue Einzelmaßnahmen von, wie beim Tankrabatt, auch noch zweifelhafter Wirkung.