Handelsstreit und Zölle
: Seltene Erden und Sojabohnen – Trump verkündet Einigung mit China

Erstmals seit Jahren haben sich US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi getroffen. Im Handelsstreit soll es eine Einigung geben. Ein brisantes Thema kam aber gar nicht zur Sprache.
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swp/afp/dpa
Busan
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Treffen Xi und Trump in Busan: 30.10.2025, Südkorea, Busan: US-Präsident Donald Trump (l) und der chinesische Präsident Xi Jinping verlassen nach ihrem Treffen auf dem Gimhae International Airport Jinping ein Gebaude. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Südkorea, Busan: US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping nach ihrem Treffen auf dem Gimhae International Airport.

Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Trump und Xi erzielen Einigung im Handelsstreit zu seltenen Erden – Abkommen gilt zunächst für ein Jahr.
  • USA senken Fentanyl-Zölle auf chinesische Produkte um 10 Prozentpunkte auf insgesamt 47 Prozent.
  • China will wieder „riesige Mengen“ an US-Sojabohnen importieren – Erleichterung für US-Soja-Farmer.
  • Trump und Xi vereinbaren mehr Zusammenarbeit im Ukraine-Krieg, Taiwan-Frage blieb außen vor.
  • Trump plant Besuch in China im April, Xi soll anschließend in die USA reisen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Streit um Chinas Exportkontrollen auf seltene Erden hat US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten eine Übereinkunft mit Präsident Xi Jinping erzielt. Die Hindernisse seien aus dem Weg geräumt, die Vereinbarung gelte zunächst für ein Jahr, sagte Trump nach dem Treffen. Er hoffe, dass der Begriff „seltene Erden“ für „eine Weile aus unserem Vokabular verschwindet“, sagte er vor Journalisten während seines Rückflugs aus Südkorea in die USA an Bord der Regierungsmaschine Air Force One.

Laut Trump gilt die Vereinbarung für ein Jahr und kann dann nach Verhandlungen um ein weiteres Jahr verlängert werden. Nähere Angaben zu der von ihm bekanntgegebenen Einigung machte der US-Präsident zunächst nicht.

Auch Einigung bei Fentanyl-Zöllen

Zudem kündigte Trump an, Fentanyl-Zölle auf chinesische Produkte um 10 Prozentpunkte zu senken. Diese zusätzlichen Importgebühren in Höhe von ursprünglich 20 Prozent hatte Trumps Regierung wegen der tödlichen Fentanyl-Krise in den USA eingeführt. Washington warf Peking seit längerem vor, nicht genug zu unternehmen, um die Lieferung der zur Herstellung für das synthetische Opioid benötigten Stoffe zu unterbinden. Damit betragen die Zölle gegen chinesische Produkte laut Trump ab sofort 47 Prozent.

Bereits im Vorfeld war erwartet worden, dass Peking eine bevorstehende Erweiterung der Exportkontrollen auf fünf weitere seltene Erden ab dem 8. November aussetzen könnte. Seit April verlangt die Volksrepublik bereits ein für Firmen kompliziertes und langwieriges Antragsverfahren, um sieben jener Rohstoffe exportieren zu können. China argumentiert, man wolle damit verhindern, dass Materialien, die auch für die Rüstungsindustrie wichtig sind, nicht ungenehmigt für militärische Zwecke verwendet werden.

Rohstoffe für Hightech und Motoren

China ist weltweit führend bei der Förderung und Verarbeitung seltener Erden – und nutzte dies als Hebel in den Verhandlungen mit den USA. Die Rohstoffe und daraus gefertigte Magnete werden in der Industrie sowie der Hightech- und Rüstungsbranche benötigt. Seltene Erden stecken in Bildschirmen von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in den Antrieben für Elektromotoren, in Halbleitern oder Turbinen.

Insgesamt gibt es 17 Metalle, die wegen ihrer chemischen Zusammensetzung unter der Gruppe seltene Erden zusammengefasst sind. Jedes dieser Elemente hat bestimmte Eigenschaften, die sie in bestimmten Produkten interessant machen. Zwar kommen seltene Erden – anders als ihr Name vermuten lässt – nicht unbedingt selten vor. Jedoch besteht die Herausforderung darin, sie in ausreichend hoher Konzentration zu finden, um sie kosteneffizient zu fördern.

XXXXXX: IN FLIGHT - OCTOBER 30: U.S. President Donald Trump and U.S. Trade Representative Jamison Greer speaks to members of the media aboard Air Force One on October 30, 2025 in flight. Trump is visiting Japan, fresh off an appearance at the ASEAN summit in Malaysia, and will next travel to South Korea for the APEC meetings. (Photo by Andrew Harnik/Getty Images) (Photo by Andrew Harnik / Getty Images / AFP)

Donald Trump sprach nach dem Treffen mit Chinas Präsident Xi vor Journalisten an Bord der Air Force One.

ANDREW HARNIK/AFP

In China kommen die Bodenschätze häufig vor. Doch ihre Gewinnung ist aufwendig und umweltschädlich. Es ist viel Wasser und Energie nötig, um sie aus dem Gestein, in dem sie gebunden sind, zu lösen. China hat sich auf das Verfahren spezialisiert und hat durch sein günstiges Angebot seltener Erden auf dem Weltmarkt nahezu ein Monopol aufgebaut. Daneben produzieren zum Beispiel auch Brasilien, Indien oder Australien seltene Erden.

China will wieder US-Sojabohnen kaufen

Auch auf dem Agrarsektor haben die USA und China laut Trump eine Einigung gefunden: China will nach Angaben von US-Präsident Donald Trump „riesige Mengen“ an Sojabohnen aus den USA importieren. Chinas Staatschef Xi Jinping habe zugestimmt, „riesige Mengen an US-Sojabohnen und weiteren Agrarprodukten zu kaufen“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Peking hatte auf Trumps hohe Importzölle mit hohen Zöllen auf Sojabohnen reagiert, dies traf die Soja-Farmer in den USA hart.

Die Soja-Farmer in den USA sind in der Mehrheit überzeugte Anhänger Trumps. Im vergangenen Jahr war mehr als die Hälfte aller US-Sojaimporte nach China gegangen, in diesem Jahr sind die Lieferungen in die Volksrepublik um 50 Prozent zurückgegangen, Bestellungen für die Herbsternte blieben aus. Der Marktpreis in den USA liegt aktuell rund 40 Prozent unter dem Niveau von vor drei Jahren.

Mehr „Zusammenarbeit“ beim Thema Ukraine-Krieg

Trump und Xi haben sich nach den Worten des US-Präsidenten zudem darauf geeinigt, im Ukraine-Krieg stärker „zusammenzuarbeiten“. „Die Ukraine war ein sehr wichtiges Thema“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine. „Wir haben lange darüber gesprochen und wir werden beide zusammenarbeiten, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können.“ China ist weltweit der größte Abnehmer russischer fossiler Brennstoffe. Peking stellt sich im Ukraine-Krieg als neutral war, westliche Länder werfen Peking dagegen vor, Moskau in dem Konflikt entscheidend zu unterstützen.

Trump verbuchte das Treffen mit Xi insgesamt als „großen Erfolg“. Bei den Gesprächen in Busan seien „viele Dinge zum Abschluss gebracht“ worden. Trump kündigte zudem baldige gegenseitige Besuche an. Er selbst wolle im April nach China reisen, sagte der US-Präsident. Xi werde anschließend „irgendwann danach hierherkommen, sei es nach Florida, Palm Beach oder Washington“, fügte er hinzu. Seinen chinesischen Kollegen pries Trump als „großartigen Staatschef eines sehr mächtigen Landes“.

Heikle Taiwan-Frage kam nicht zur Sprache

China und die USA liegen in zentralen wirtschaftlichen und außenpolitischen Themen über Kreuz. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten nach Trumps Amtsantritt im Januar stark zugenommen.

Im Zentrum der Gespräche standen neben dem Ukraine-Krieg vor allem wirtschaftlichen Themen. Die brisante Taiwan-Frage kam laut Trump bei den Gesprächen jedoch nicht zur Sprache. „Das wurde tatsächlich nicht besprochen“, sagte Trump am Donnerstag.