Gesundheitsnotstand in Gaza
: Panik in Krankenhaus nach Bombardierungen in Nordgaza

Die Menschen hören die Bomben, sehen den Panzer und fürchten um ihr Leben. In der Nacht kommt es Berichten zufolge zu chaotischen Szenen in einem Krankenhaus im Norden des Gazastreifens.
Von
dpa
Gaza/Genf
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Panik bei Krankenhaus im Gazastreifen: ARCHIV - 29.02.2024, Palästinensische Gebiete, Gaza-Stadt: Palästinenser, die bei einem israelischen Angriff verwundet wurden, während sie am Strand von Gaza-Stadt auf humanitäre Hilfe warteten, werden im Shifa-Krankenhaus behandelt.  (zu dpa: «Panik in Krankenhaus nach Bombardierungen in Nordgaza») Foto: Mahmoud Essa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Palästinenser, die bei einem israelischen Angriff verwundet wurden, während sie am Strand von Gaza-Stadt auf humanitäre Hilfe warteten, werden im Shifa-Krankenhaus behandelt.

Mahmoud Essa/AP/dpa
  • Schwere Bombardierungen in Gaza verursachen Panik im Krankenhaus Kamal Adwan.
  • WHO berichtet von chaotischen Szenen und Toten; Menschen fliehen über Mauern.
  • 12.000 verletzte und kranke Menschen warten dringend auf Ausreise.
  • Nothilfeteam erreicht nach Wochen das Krankenhaus, dann Flucht.
  • WHO fordert sichere Evakuierungsrouten für dringend Hilfsbedürftige.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schwere Bombardierungen und ein israelischer Panzer vor der Tür haben am Krankenhaus Kamal Adwan im Norden des Gazastreifens nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Panik ausgelöst. 

Obwohl es keinen offiziellen Räumungsaufruf der israelischen Armee gab, hätten sich in der Nacht Berichte über einen bevorstehenden Angriff verbreitet, sagte der WHO-Vertreter für die von Israel besetzten Gebiete, Rik Peeperkorn. Er sprach über Videolink aus Gaza zu Reportern in Genf. Menschen wären über die Mauern geklettert, um zu fliehen, es habe Berichte über Tote gegeben. 

Die WHO habe nach wochenlangen erfolglosen Versuchen erst vor wenigen Tagen ein Nothilfeteam zu dem Krankenhaus bringen können, darunter zwei indonesische Chirurgen, sagte Peeperkorn. Sie hätten sich heute Morgen gemeinsam mit einem Strom der Fliehenden in Sicherheit gebracht und über die Ereignisse berichtet.

Die Not der Schwerverletzten und Schwerkranken

Nach Angaben von Peeperkorn warten schätzungsweise 12.000 verletzte und kranke Menschen dringend auf eine Ausreise, weil sie vor Ort nicht behandelt werden können. Vor dem Beginn der Kämpfe vor mehr als einem Jahr hätten jeden Tag 50 Patientinnen und Patienten den Gazastreifen zur Behandlung verlassen. Seit Mai hätten nur rund 380 evakuiert werden können, überwiegend in die Vereinigten Arabischen Emirate. Darunter sind sowohl Menschen, die durch die israelischen Bombardierungen schwer verletzt wurden als auch Krebskranke. 

Peeperkorn forderte sichere Routen für die Evakuierung von Menschen, die dringend Hilfe im Ausland benötigten.