Gespräche mit dem BSW: Bahn frei für neue Bündnisse? Mal sehen!

Durch wie viele Türen müssen sie noch? Mario Voigt (r), Vorsitzender der thüringischen CDU-Landtagsfraktion, und seine Mitstreiter auf dem Weg zu Beratungen über die bisherigen Sondierungsgespräche mit SPD und BSW.
Michael Reichel/dpaEs waren schwierige Wahlergebnisse, die schwierige Entscheidungen verlangten. Gemessen daran sind die Verhandlungsführer in Sachsen und Thüringen bislang ziemlich weit gekommen. In Dresden haben sich alle Beteiligten einschließlich CDU und BSW mit dem Beginn von Sondierungsgesprächen einverstanden erklärt. Das sind zwar noch keine Koalitionsverhandlungen, geschweige denn deren erfolgreicher Abschluss, aber ein Schritt Richtung Regierungsbildung ist es dennoch. Und das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Eine solche kommt auch aus Erfurt: Auf Grundlage eines gemeinsamen Papiers wollen dort CDU, BSW und SPD konkrete Koalitionsverhandlungen beginnen. Bahn frei für neue Dreierbündnisse also? Mal sehen.
Erfreulich ist, dass offenbar jede Menge Pragmatismus am Werk ist. Weder hat sich eine der beteiligten Parteien von vornherein Gesprächen verweigert, noch die Verhandlungen anschließend mutwillig torpediert. In Thüringen hat man im gemeinsamen Papier bereits Vorhaben festgehalten, bei denen es weniger um die größtmögliche Eigenprofilierung als um das Wohl der Wähler zu gehen scheint: Schulessen, Hortkosten und Pflegegeld zum Beispiel.
Bundestagswahl oder Grundschulkinder?
Die große Frage ist nun, ob diese Form der Bürgernähe auch im Sinne der Parteispitzen in Berlin ist. Keine Frage, dass Sahra Wagenknecht eher die Bundestagswahl 2025 als die Betreuung Thüringer Grundschulkinder im Blick hat. Prompt wurde vom BSW das bislang Erreichte wegen der „Friedensfrage“ wieder mit einem Fragezeichen versehen. Und auch in der Union ist das bundesweit höchst strittige Bündnis lange noch nicht durch. Am Ende könnten die Konflikte innerhalb der verhandelnden Parteien größer sein als unter den potenziellen Koalitionspartnern vor Ort.
