Geldwäsche-Verdacht
: Bolsonaro flieht in die USA

Brasiliens Präsidentschaftskandidat ist laut Medienberichten in den USA eingetroffen. Er soll dort politisches Asyl erhalten.
Von
Michael Maier
Mar-A-Lago
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FILES-BRAZIL-ELECTION-BOLSONARO: (FILES) Brazil's senator and presidential candidate for the Liberal Party (PL) Flavio Bolsonaro gestures during a graduation ceremony of new military police officers at the Center of Improvement and Training of Soldiers (CFAP) at Sulacap neighbourhood in Rio de Janeiro, Brazil, on September 25, 2026. Brazil's Supreme Court on October 27, 2026, ordered police to investigate alleged foreign funding of defeated right-wing senator Flavio Bolsonaro's election campaign, and other interference from abroad such as social media "manipulation." (Photo by MAURO PIMENTEL / AFP)

Senator Flavio Bolsonaro soll mit einem italienischen Pass aus Brasilien ausgereist sein – die Justiz ermittelt gegen ihn.

MAURO PIMENTEL/afp
  • Flávio Bolsonaro verließ nach der Wahlniederlage Brasilien und traf laut Medien in den USA ein.
  • Aus den USA hieß es, er werde ein Aufenthaltsvisum erhalten – brasilianische Medien bestätigten die Ankunft.
  • Das Oberste Bundesgericht entzog ihm die Pässe wegen Geldwäscheverdachts rund um Wettplattformen.
  • Laut Berichten nutzte er einen italienischen Pass zur Ausreise, die Justiz ermittelt gegen ihn.
  • Lula kritisierte die Flucht; in Brasilien gibt es Zweifel an der Neutralität der Justiz.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Flávio Bolsonaro hat Medienberichten zufolge nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien inzwischen das Land verlassen. Er sei bereits in den USA angekommen, berichten  brasilianische Medien wie die Tageszeitung „Folha de São Paulo“ und der Fernsehsender Globo TV übereinstimmend.

Aus den USA ließen Diplomaten und Regierungsangehörige wissen, Flávio Bolsonaro werde ein Aufenthaltsvisum erhalten. US-Präsident Donald Trump hatte die Wahl in Brasilien als „manipuliert“ und „korrupt“ bezeichnet, ohne dafür Beweise vorzulegen oder konkret Position für einen der Kandidaten zu beziehen.

Der bei der Abstimmung am Sonntag im Amt bestätigte brasilianische Präsident Luíz Inácio Lula da Silva kommentierte die Flucht seines unterlegenen Herausforderers mit den Worten: „Ich stelle mir nur die Schuldgefühle desjenigen vor, der nach einer Wahlniederlage aus seinem Land flieht.“

Bolsonaro unter Geldwäsche-Verdacht

Das Oberste Bundesgericht hatte entschieden, dass Bolsonaro seine Pässe abgeben muss und das Land nicht verlassen darf. Hintergrund war ein Verdacht auf Geldwäsche im Zusammenhang mit Wettplattformen, an denen der Geschäftsmann beteiligt ist. Der 45 Jahre alte Sohn des ultrarechten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro genoss als Senator Immunität. Diesen Schutz vor Strafverfolgung verliert er jedoch zum Jahreswechsel, wenn er zum ersten Mal in 24 Jahren kein politisches Amt mehr bekleidet.

(FILES) Brazil's former President Jair Bolsonaro attends a rally on Paulista Avenue in Sao Paulo, Brazil, on June 29, 2025. A prosecutor asked Brazil's Supreme Court on July 15, 2025, to find Bolsonaro guilty of plotting a coup, in closing arguments after a trial that saw US President Donald Trump try to intervene on behalf of his right-wing ally. (Photo by Miguel SCHINCARIOL / AFP)

Jair Bolsonaro Sr. wurde zu 27 Jahren Haft verurteilt.

MIGUEL SCHINCARIOL/AFP

Nach der Annullierung seiner brasilianischen Papiere soll Bolsonaro jr. einen italienischen Pass zur Ausreise genutzt haben. Bereits sein Vater war 2022 aus Brasilien in die USA geflohen und durfte dort die Gastfreundschaft von Donald Trump genießen. Nach seiner Rückkehr wurde er wegen eines Putschversuchs nach der damaligen Wahlniederlage zu 27 Jahren Haft verurteilt. Wegen einer schweren Erkrankung darf er die Strafe im Hausarrest verbüßen.

Korrupte Justiz in Brasilien

In Brasilien gibt es indes Zweifel an der politischen Neutralität der Justiz. Richter am Obersten Gerichtshof wie der umstrittene Alexandre de Moraes, zu dessen Ablösung Lula bislang noch keine Anstalten gemacht hat, stehen zum Teil unter Korruptionsverdacht.

Unterdessen ist die brasilianische Börse zeitweise um fast 20 Prozent eingebrochen. Auch die Landeswährung Real hat gegenüber dem US-Dollar und dem Euro an Wert verloren. Von Lula wird jedoch die Ernennung eines wirtschaftsfreundlichen Finanzministers erwartet. Seiner Regierung wird von manchen zwar eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und unlauterer Druck auf Oppositionelle vorgeworfen. Sie ist insgesamt aber eher Mitte-links als sozialistisch orientiert. Im Parlament haben sogar konservative Kräfte die Mehrheit.

Mit epd-Agenturmaterial