Yasemin Gündogan
: Millionen Euro bei Geldtransport geklaut - Festnahme in Bremen

Jahrelang war Yasemin Gündogan auf der Flucht. Am Flughafen Bremen stellte sie sich der Polizei. Sie wird verdächtigt, 2021 mehrere Millionen Euro gestohlen zu haben.
Von
David Hahn
Bremen
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Fast drei Jahre nach der Tat stellte sich Yasemin Gündogan der Polizei.

Polizei Bremen

Eine Mitarbeiterin eines Geld- und Werttransportunternehmens entwendete im Mai 2021 in Bremen mehrere Millionen Euro Bargeld und hat sich nun der Polizei gestellt. Sie wurde am Dienstagvormittag auf dem Bremer Flughafen verhaftet. Fast drei Jahre nach der Tat soll sie sich den Behörden gestellt haben. Das berichtete die Polizei Bremen am Dienstag.

Yasemin Gündogan

Polizei Bremen

So klaute Yasemin Gündogan mehrere Millionen Euro

Die 31-jährige Yasemin Gündogan war bei der Geldtransportfirma für das Verpacken und den Transport von Kundenbestellungen zuständig. Am 21. Mai 2021 entwendete die Frau dabei mehrere mit Geld gefüllte Sicherheitstaschen in einem Rollcontainer und meldete sich anschließend krank. Der Fehlbetrag wurde erst einige Tage später entdeckt und zur Anzeige gebracht, woraufhin Staatsanwaltschaft und Polizei seitdem nach der Verdächtigen fahndeten.

Mit diesem Auto und mit Millionen Euro im Gepäck soll Yasemin Gündogan 2021 unter gefälschtem Kennzeichen geflohen sein

Polizei Bremen

Geldtransporter-Diebin flüchtete in die Türkei

Yasemin Gündogan suchte zunächst im Ausland Zuflucht, entschied sich jedoch nun, sich den Behörden zu stellen. Durch ihren Rechtsanwalt kündigte sie ihre Rückkehr an und wurde bei ihrer Ankunft aus der Türkei sofort von den Einsatzkräften der Polizei verhaftet. Die Tatverdächtige wurde noch am selben Tag einem Richter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen.

Komplizin bereits verurteilt gewesen

Während die mutmaßliche Diebin sich noch auf der Flucht befand, begann im Dezember 2021 am Landgericht Bremen die Aufarbeitung. Vor Gericht stand eine Komplizin. Die damals 24 Jahre alte Frau soll unter anderem geholfen haben, die Flucht der mutmaßlichen Diebin zu organisieren. Wegen Beihilfe zum Diebstahl verurteilte das Gericht die Angeklagte zu drei Jahren Gefängnis.

Gegen das Urteil legte die Angeklagte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf - allerdings nur hinsichtlich der Strafhöhe, wie das Landgericht mitteilte. Der Fall wurde an das Landgericht zurückverwiesen. Ein neuer Hauptverhandlungstermin steht bislang nicht fest.

Kontakt zu Miri-Clan: Wer steckte noch dahinter?

Nicht geklärt ist, ob in dem Fall Hintermänner agierten. Anzeichen dafür gibt es. So berichteten rbb24 Recherche und Report München, dass ein Kontakt des Miri-Clans der Verdächtigen geholfen haben soll, in die Türkei zu fliehen.

In dem Prozess, der im Dezember 2021 begann, sagte ein Zeuge, dass er Hinweise habe, dass die mögliche Diebin ein schlechtes Umfeld gehabt habe. Am Tag vor der Tat habe die Frau ihm Verletzungen gezeigt. Angeblich stammten die Prellungen und Quetschungen von einem Sturz. Der Zeuge schloss nicht aus, dass sie geschlagen wurde.

(Mit Material der dpa)