Geheime Dokumente: BKA spürt untergetauchte IS-Terroristen in Deutschland auf

IS-Kämpfer mit einer Flagge der Terrormiliz „Islamischer Staatss im Jahr 2019 in Syrien.
Amaq News/AP/dpa- BKA ermittelt zu mutmaßlichen IS-Mitgliedern, die unbemerkt in Deutschland lebten.
- Aus den USA kamen hunderte geheime Listen mit Namen, Kampfnamen und Geburtsdaten.
- Eine „Hauptgehaltsliste“ enthält fast 50.000 Namen – insgesamt über zwei Millionen Datensätze.
- Mithilfe der Daten gab es erste Erfolge: sechs Verurteilungen, rund 30 Ermittlungen, Festnahme in Leipzig.
- Auf deutsches Betreiben: fast 20.000 Namen im Schengener Informationssystem – Abruf durch 30 Staaten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat Berichten mehrerer Medien zufolge die Namen von Zehntausenden mutmaßlichen Mitgliedern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vorliegen, von denen sich einige nach Deutschland abgesetzt haben sollen.
Die Bundesbehörde habe in den vergangenen Jahren von den USA hunderte geheime Listen mit Namen, Kampfnamen und Geburtsdaten von angeblichen IS-Kämpfern erhalten, berichten „Spiegel“, „Süddeutsche Zeitung“ sowie NDR und WDR übereinstimmend. Dabei umfasse eine arabischsprachige „Hauptgehaltsliste“ bereits fast 50.000 Namen.
Irakischer Asylbewerber in Leipzig festgenommen
In mindestens sechs Fällen sind nach Informationen des „Spiegels“ mithilfe der Listen bereits IS-Mitglieder vor deutschen Gerichten verurteilt worden. In weiteren rund 30 Fällen seien Ermittlungen eingeleitet worden. Zuletzt habe das BKA im März einen irakischen Asylbewerber in Leipzig festgenommen, der mithilfe der Daten identifiziert werden konnte.
Den deutschen Behörden liegen demnach insgesamt mehr als zwei Millionen Datensätze vor. Darin seien unter anderem ausgehändigte Waffen vermerkt, die Höhe des monatlichen Soldes sowie Personalnummern der mutmaßlichen IS-Mitglieder. Andere Listen umfassten Informationen über die Anzahl von Sklavinnen in der Gewalt von bestimmten IS-Kämpfern.
Auf Betreiben Deutschlands sind laut den Medienberichten zudem fast 20.000 Namen mutmaßlicher IS-Mitglieder in das Schengener Informationssystem eingetragen worden. Die europaweite Datenbank ermöglicht es Grenzbeamten aus 30 Staaten, die Informationen abzurufen. So sollen heimliche EU-Grenzübertritte von Terrorverdächtigen verhindert werden.
