„Treffen mit Trump-Fans“, Hofierung von Waffen-Lobbyisten und Rechtsaußen-Vertretern: An einer geplanten Diskussionsveranstaltung mit CDU-Chef Friedrich Merz und dem US-Senator Lindsey Graham hatte es im Vorfeld heftige Kritik gegeben. Das Event soll nun aber doch nicht in der Berliner Landesvertretung von Baden-Württemberg stattfinden. „Friedrich Merz hat heute Morgen von sich aus abgesagt“, sagte Baden-Württembergs Regierungssprecher Arne Braun dieser Zeitung.

Merz bestätigt Absage von Veranstaltung

Auch vom Merz-Lager wurde die Absage inzwischen bestätigt. Merz sei „weiter mit Lindsay Graham verabredet, wenn dieser Ende August nach Berlin kommt“, twitterte ein Merz-Sprecher am Dienstag. „Wegen des geänderten Programms“ sei die Teilnahme an der Veranstaltung des umstrittenen konservativen Internet-Mediums „The Republic“ abgesagt.
Laut einem Sprecher der Landesvertretung sei diese ihrerseits kurz nach Merz‘ Absage vom Vertrag mit dem Veranstalter, der konservativen Polit-Agentur „The Republic“, zurückgetreten. „Die Veranstaltung war bei uns als transatlantisches Diskussionsforum mit Merz und Graham angemeldet“, sagte der Sprecher. Nachdem auf Twitter Informationen über weitere Redner kursiert seien, habe man bei der Agentur die Rednerliste erfragt und daraufhin den Ruf der Landesvertretung in Gefahr gesehen.

Zu große Nähe einiger Redner zur AfD

„Die Landesvertretung ist ein Debattenraum, aber die Teilnehmer von Veranstaltungen müssen auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung stehen. Bei einer so großen AfD-Nähe der Teilnehmer sehen wir das nicht.“
Laut Medienberichten waren neben dem CDU-Vorsitzenden Merz und dem republikanischen Senator Graham, der als Unterstützer von Ex-US-Präsident Donald Trump gilt, auch der Trump-Unterstützer Grover Norquist, der Publizist Henryk M. Broder und der Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel als Gäste vorgesehen. Die „Bild“-Zeitung hatte gemeldet, es solle um eine „Anti-China-Pakt“ gehen.