Festnahme in Rheinland-Pfalz: Jugendlicher soll Anschlagspläne gehabt haben

In Rheinland-Pfalz hat die Polizei einen Jugendlichen festgenommen, der eine schwere staatsgefährdende Gewalttat geplant haben soll.
Jens Büttner/dpa- Jugendlicher in Rheinland-Pfalz wegen Anschlagsplänen festgenommen.
- Polizei findet bei Hausdurchsuchung Rohrstücke und Utensilien.
- Verdacht auf Herstellung von Rohrbomben, aber kein Sprengstoff gefunden.
- Beschuldigter soll sich im Internet islamistisch radikalisiert haben.
- Sicherheitslage in Deutschland bleibt angespannt, Weihnachtsmärkte im Fokus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wegen des dringenden Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat haben Ermittler in Rheinland-Pfalz einen jugendlichen Tatverdächtigen festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung im Oktober seien bei dem Beschuldigten vier mit Verschlüssen versehene Rohrstücke gefunden worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mit. Die Ermittlungen ergaben demnach, dass der Mann Rohrbomben herstellen wollte, „um sie für einen gegen eine Mehrzahl von Personen gerichteten Anschlag einzusetzen“. Dieses hätte „die Gefahr einer Vielzahl von Opfern“ mit sich gebracht.
Informationen zur Herstellung von Rohrbomben beschafft
Zur Umsetzung seines Planes verschaffte sich der Beschuldigte der Anklagebehörde zufolge im Internet Anweisungen zur Herstellung von Rohrbomben und darin verwendbarem Sprengstoff. In den frühen Abendstunden des 26. November sei der Mann von Beamten der Kriminalinspektion Mainz 2 verhaftet worden, hieß es.
Bei einer weiteren Durchsuchung seien bei dem Mann weitere Utensilien gefunden worden, „die den Verdacht begründen, dass diese zur Herstellung eines Zündmechanismus bestimmt waren“. Hinweise darauf, dass der Beschuldigte unmittelbar vor der Begehung eines Anschlags stand, lägen derzeit nicht vor. Insbesondere seien kein Sprengstoff und auch keine Substanzen gefunden worden, die zur Herstellung von Sprengstoff geeignet wären.
Mutmaßlicher IS-Sympathisant
Der Mann sei zudem verdächtig, sich im Internet „islamistisch radikalisiert“ und über Internetnachrichtendienste und soziale Netzwerke propagandistische Inhalte verbreitet zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. In den Botschaften wurde demnach der bewaffnete Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat und die von den Angehörigen dieser Vereinigung begangenen Verbrechen verherrlicht und als religiöse Verpflichtung dargestellt und zum Kampf gegen Andersgläubige aufgefordert worden.
Erst vor rund drei Wochen kam es in Schleswig-Holstein zu einer Festnahme wegen eines ähnlichen Falls. Ein 17-Jähriger wurde Anfang November in Elmshorn festgenommen, weil er einen islamistischen Anschlag geplant haben soll. Ermittler stellten eine „erhebliche Radikalisierung“ fest. Einem Medienbericht zufolge soll der junge Mann unter anderem einen Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben.
Allgemein gilt die Sicherheitslage in Deutschland als angespannt. Dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) zufolge gelten Weihnachtsmärkte weiter als potenzielles Ziel insbesondere von islamistischen Terroristen. Grundsätzlich bestehe für „Orte wie Weihnachtsmärkte ein abstrakt hohes Gefährdungspotenzial“, teilte die Behörde den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Donnerstag mit.
Wegen ihrer Symbolik für christliche Werte und als Inbegriff westlicher Kultur stellten sie ein geeignetes Ziel dar, hieß es. Hinweise auf eine konkrete Gefährdung gebe es aber nicht.