Explosion in Ankara
: Nach Anschlag: Türkei fliegt Angriffe in Syrien und Irak

Bei dem Anschlag auf eines der bedeutendsten türkischen Rüstungsunternehmen sind mindestens fünf Menschen getötet und 22 verletzt worden. Die Regierung vermutet, dass sie die PKK dahinter steckt und fliegt wenig später Luftangriffe.
Von
dpa
Istanbul
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Tote und Verletzte bei Anschlag in der Türkei: 22.10.2024, Türkei, Ankara: Polizeibeamte sind vor dem Unternehmensgelände der Türkischen Luft- und Raumfahrt am Stadtrand der türkischen Hauptstadt im Einsatz. Auf einem Unternehmensgelände der Türkischen Luft- und Raumfahrt (TUSAS) in Ankara hat es nach Regierungsangaben einen Terroranschlag gegeben. Foto: Yavuz Ozden/DIA Photo via AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Anschlag in der Türkei fordert Todesopfer und Verletzte.

Yavuz Ozden/DIA Photo via AP/dpa
  • Anschlag auf Rüstungsunternehmen in Ankara; Tote und Verletzte bestätigt.
  • Innenminister Ali Yerlikaya spricht von Terroranschlag; genaue Zahlen nicht genannt.
  • Videoaufnahmen zeigen Explosion und Schüsse; Mitarbeiter in Bunkern in Sicherheit.
  • Türkische Luft- und Raumfahrt (Tusas) betroffen; Entwickler von Kampfflugzeugen und Drohnen.
  • Krankenwagen vor Ort; Geiselnahme laut Ntv-Bericht möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf dem Gelände eines Rüstungsunternehmens in Ankara hat es nach Regierungsangaben einen Terroranschlag gegeben. Es gebe Tote und Verletzte, schrieb Innenminister Ali Yerlikaya auf der Plattform X. Die Zahl der bei dem Attentat Getöteten stieg seinen späteren Angaben zufolge indes auf fünf, die Zahl der Verletzten auf 22.

Anschlag auf türkische Verteidigungsindustrie

Das Unternehmen Türkische Luft- und Raumfahrt (Tusas) ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen Agentur für Verteidigungsindustrie. Die Firma ist unter anderem ein bedeutender Produzent von Kampfflugzeugen und Drohnen. Tusas hat unter anderem die Prototypen des türkischen Kampfflugzeuges Kaan mitentwickelt. Yerlikaya nannte die Firma einen „Augapfel“ der heimischen Verteidigungsindustrie.

In der Türkei haben in der Vergangenheit sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK schwere Anschläge verübt, auch in der Hauptstadt Ankara.

Yerlikaya macht PKK für Anschlag verantwortlich

Nach dem tödlichen Anschlag bei Ankara hat der türkische Innenminister Ali Yerlikaya die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verantwortlich gemacht. Die Ermittlungen dauerten an, aber „die Art und Weise der Ausführung spricht für eine sehr wahrscheinliche Verbindung zur PKK“, sagte er am Mittwochabend.

Der Anschlag ereignete sich vor dem Hauptquartier der türkischen Verteidigungsindustrie in Kahramankazan etwa 40 Kilometer von Ankara entfernt. Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem „abscheulichen Terroranschlag“. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Die PKK kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat und wird von Ankara und seinen westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft.

Türkei fliegt Angriffe in Syrien und Irak

Die Türkei hat Ziele in Nordsyrien und im Nordirak aus der Luft angegriffen. Man habe „32 terroristische Ziele zerstört“, teilte das türkische Verteidigungsministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. „Unsere Luftangriffe werden auf entschlossene Weise fortgesetzt“, hieß es weiter. Die türkische Regierung hatte wenige Stunden davor den Anschlag mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in Verbindung gebracht.