Deutsche Bahn: So unpünktlich waren ICE und Co. 2023

Die Deutsche Bahn hat ihre Geschäftszahlen für 2023 vorgelegt.
Julian Stratenschulte/dpaWas wäre der Small Talk ohne die Möglichkeit, sich über Zugverspätungen zu beschweren? Wenn es eines gibt, worüber sich die Deutschen einig sind, dann ist das wahrscheinlich die Klage über die Deutsche Bahn. Verspätete Fahrten und Zugausfälle sind Teil des kollektiven Gedächtnisses. Doch wie unpünktlich ist die Bahn wirklich? Der Konzern hat nun die Zahlen aus dem Vorjahr vorgelegt. Ein kleiner Spoiler: Pünktlicher wurde es nicht.
Zugverspätung: So (un-)pünktlich waren die Züge der DB 2023
Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr lag im vergangenen Jahr nur noch bei 64,0 Prozent, wie die Bahn mitteilte. 2022 waren es 65,2 Prozent. Auch im Regionalverkehr sank die Pünktlichkeit weiter von 91,8 Prozent auf 91,0 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat.
Das Thema der Verspätungen bei der DB wird wohl weiterhin inflationärer Bestandteil unserer Gespräche im Alltag bleiben.
Deutsche Bahn: Milliardenverlust in 2023
Neben den verschlechterten Pünktlichkeitswerten hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust verzeichnet. Dennoch reisten 2023 mehr Menschen mit der Bahn als im Vorjahr, wie der Konzern am Donnerstag in Berlin mitteilte. Konzernchef Richard Lutz versprach eine „Zeitenwende“ mit mehr Investitionen, Sanierungen und letztlich pünktlicheren Zügen. „Die Zahlen sind aus wirtschaftlicher Sicht natürlich nicht zufriedenstellend“, erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP).
Der gesamte Konzernumsatz: minus 13 Prozent auf 45,2 Milliarden Euro. Die Bahn führt dies „im Wesentlichen auf eine branchenweite Normalisierung der Frachtraten in der internationalen Logistik“ zurück. Dies habe die DB–Tochter Schenker zu spüren bekommen.
Unter dem Strich stand am Ende den Angaben zufolge ein Verlust in Höhe von 2,35 Milliarden Euro.
Als weitere maßgebliche Gründe dafür nannte die Bahn „zusätzlichen Aufwand für die Infrastruktur und substanzielle Vorleistungen für den Bund in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro“. Der Konzern habe mit 7,6 Milliarden Euro die Nettoinvestitionen aus Eigenmitteln um 16 Prozent gesteigert. Im Jahr 2024 rechne die DB nun wieder mit einem positiven Ergebnis.
Die Bahn möchte in diesem Jahr im Fernverkehr auch wieder eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent erreichen.
Immer mehr Reisende bei der Deutschen Bahn
Trotz all der negativen Schlagzeilen um das Geschäftsergebnis der Deutschen Bahn: Die Zahl der Reisenden legte dennoch um 5,8 Prozent auf 1,8 Milliarden zu. Der Umsatz im Fernverkehr stieg um 18,4 Prozent, im Regionalverkehr um 7,4 Prozent.
(Mit Material der dpa)
