Corona-Impfung in Deutschland
: Warum Stiko-Chef Thomas Mertens gegen die Impfpflicht ist

Die allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 ist vorerst gescheitert. Was der Bundestag dazu beschließt, ist noch unklar – doch Stiko-Chef Mertens hat schon eine klare Meinung.
Von
Daniel Wydra mit Agenturen
Ravensburg
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Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), begrüßt, dass es in Deutschland vorerst keine allgemeine Impfpflicht geben wird.

Kay Nietfeld/dpa

Der Ulmer Virologe und Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat das vorläufige Aus für eine allgemeine Impfpflicht begrüßt. „Für eine allgemeine Impflicht ab 18 Jahre wäre der Schutz vor weiterer Ausbreitung des Virus das wichtigste Argument. Da man dies aber derzeit mit einer Impfung nicht erreichen kann, fehlt aus meiner Sicht das Hauptargument für diese Impfpflicht. Deswegen halte ich es für konsequent, dass man das aufgibt“, sagte Mertens der „Schwäbischen Zeitung“ (Dienstag). Mertens befürwortete die Pläne für eine Impflicht für ältere Menschen. „Aus meiner Sicht ist es vernünftiger, die Impfpflicht auf die vulnerablen Gruppen zu begrenzen.“

Mit einem Kompromissvorschlag versuchen Befürworter einer allgemeinen Corona-Impfpflicht wenige Tage vor der Bundestagsabstimmung ein Scheitern des Vorhabens noch abzuwenden. Am Montag legte die Abgeordnetengruppe, die sich bisher für eine Impfpflicht ab 18 ausgesprochen hatte - darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) - einen entschärften Vorschlag vor. Sie plädiert nur noch für eine Impfpflicht ab 50, die je nach Pandemielage durch einen späteren Bundestagsbeschluss auch auf jüngere Bürger ausgedehnt werden könnte.