Gut drei Monate vor der Bundestagswahl stellt die zuletzt schwächelnde Südwest-CDU ihre Landesliste auf. Das Treffen am Samstag (ab 10.30 Uhr) findet wegen Corona größtenteils online statt, nur die engste Führungsspitze trifft sich in der Stuttgarter Messe. Spitzenkandidat soll erneut Wolfgang Schäuble (78) werden. Der jetzige Bundestagspräsident sitzt seit fast 50 Jahren im Parlament.
Trotz der Schlappe bei der Landtagswahl Mitte März, bei der die Südwest-CDU nur 24 Prozent erringen konnte, hofft die Partei darauf, wie vor vier Jahren alle 38 Direktmandate im Land zu gewinnen. Damit kämen alle Erstkandidatinnen und -kandidaten zum Zug. Allerdings könnten vor allem Universitätsstädte wie etwa Freiburg, Heidelberg und Tübingen an die erstarkten Grünen fallen.
Bei der Wahl vor vier Jahren hatte die Südwest-CDU 34,4 Prozent der Zweitstimmen gewonnen, die Grünen kamen auf 13,5 Prozent. Es wird damit gerechnet, dass die Ökopartei diesmal wie auch im Bund deutlich stärker abschneidet. In dem Fall wäre etwa das Mandat der Tübinger Abgeordneten Annette Widmann-Mauz, die auch Migrationsbeauftragte der Bundesregierung ist, in Gefahr. Zwar wird sie auf Platz zwei der Landesliste sein, doch ob sie damit abgesichert ist, ist unklar.
Bei der Bundestagswahl kommt es für die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet auch auf das Ergebnis der CDU im Flächenland Baden-Württemberg an. Die Südwest-CDU ist bundesweit der zweitgrößte Landesverband. Um die Plätze auf der Landesliste wird es voraussichtlich keine Kampfkandidaturen geben. Traditionell haben sich die Bezirksverbände vorab abgestimmt.