Brandanschlag in München
: Zwei Bulgaren nach Angriff auf Rüstungskonzern in U-Haft

Nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle in unmittelbarer Nähe zu einem Münchner Rüstungsunternehmen kommen zwei aus Bulgarien stammende Tatverdächtige in Untersuchungshaft.
Von
dpa
München
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Versuchter Brandanschlag letzte Nacht: Polizei riegelt das Gelände um die Unternehmenszentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz ab, München, 3. September 2026: Versuchter Brandanschlag letzte Nacht: Polizei riegelt das Gelände um die Unternehmenszentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz ab, München, 3. September 2026 Deutschland, München, 3. September 2026, Polizei riegelt das Gelände um die Unternehmenszentrale des Technologiekonzerns Rohde & Schwarz ab, nachdem in der Nacht zwei Brandsätze auf eine Bustelle im Betriebsgelände geworfen worden waren, geringer Sachschaden, zwei Verdächtige wurden festgenommen, Spurensuche am Tatort, Anschlagsversuch, Szene am Donnerstagmittag, ca. 12 Stunden nach der Tat, Mühldorfstraße, Berg am Laim, Bayern, *** Attempted Arson Last Night: Police cordon off the area around the headquarters of the technology conglomerate Rohde & Schwarz, Munich, Sep

Die Polizei musste am Donnerstag zur Unternehmenszentrale des Rüstungskonzerns Rohde & Schwarz ausrücken.

IMAGO/Wolfgang Maria Weber
  • Zwei Bulgaren sitzen in Untersuchungshaft nach einem Brandanschlag in München.
  • Tatort war eine Baustelle nahe Münchner Rüstungsunternehmen.
  • Die Polizei rückte zur Zentrale von Rohde & Schwarz aus – es blieb bei Ermittlungen.
  • Laut Behörden sollen die Verdächtigen aus einem Auto Brandsätze geworfen haben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle in der Nähe von Rüstungsunternehmen in München sind zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Der 28 Jahre alten Bulgarin und ihrem zehn Jahre älteren Landsmann wird Sachbeschädigung und versuchte Brandstiftung zur Last gelegt, wie Generalstaatsanwaltschaft München und bayerisches Landeskriminalamt mitteilten. Sie sollen aus einem Auto heraus Brandsätze geworfen haben. Ein Ermittlungsrichter erließ die Haftbefehle.

Bislang keine weiteren Verdächtigen

Bei der Tat in der Nacht zum Donnerstag war niemand verletzt worden und kein großer Schaden entstanden. Ein Zeuge beobachtete die mutmaßlichen Täter, die Polizei nahm die zwei Verdächtigen später an einer Tankstelle fest. Weitere Verdächtig gibt es bislang nicht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte. Im Zuge der Ermittlungen wurden drei Wohnungen im Landkreis München durchsucht und zahlreiche Gegenstände sichergestellt. Diese werden nun ausgewertet.

In Nachbarschaft der Baustelle befinden sich unter anderem die Firmenzentralen des Sicherheitstechnikherstellers Rohde & Schwarz und des Drohnenherstellers Helsing. Bei letzterem ist öffentlich bekannt, dass das Unternehmen die ukrainischen Streitkräfte im Krieg gegen Russland beliefert.

Ermittler und Politiker gehen von politischem Motiv aus

Ob die Unternehmen das Ziel waren, ist nicht geklärt. Einer der Brandsätze löste ein Feuer aus, das Polizisten löschten. Ein zweiter Brandsatz wurde entschärft. Die Ermittler und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gehen jedoch von einem politischen Hintergrund aus. Deswegen hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Bei der Behörde ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus angesiedelt.

Bayern ein Zentrum der Rüstungsindustrie

Bayern und der Großraum München zählen seit jeher zu den Zentren der deutschen Rüstungsindustrie. Rohde & Schwarz ist kein Rüstungsunternehmen im eigentlichen Sinn. Das Familienunternehmen stellt Mess- und Sicherheitstechnik her, hat jedoch eine militärische Sparte.

Helsing produziert unter anderem KI-gesteuerte Kampfdrohnen. Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden ist die Gefährdung der deutschen Rüstungsindustrie im Zuge des Ukraine-Kriegs gestiegen. Nach Zahlen des bayerischen Wirtschaftsministeriums aus dem vergangenen Jahr entfiel ein Drittel der bundesweiten Umsätze in dem Bereich auf in Bayern ansässige Firmen. Die Branche beschäftigte im Freistaat demnach 45.000 Menschen. Sowohl Umsätze als auch Mitarbeiterzahlen wachsen, weil die europäischen Nato-Staaten ihre Verteidigungsausgaben stark erhöht haben.

Bundesregierung berät über Drohnenabwehr

Der Anschlag steht in einer Reihe von Sabotageakten gegen Unternehmen und wichtige Einrichtungen in ganz Deutschland. Darum berät die Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern nun über neue Befugnisse für die Drohnenabwehr sowie weitere Schutzmaßnahmen. Das teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mit.