Betrüger im Internet
: Länder dringen auf schnellere Sperrung von Fake-Shops

Fake-Shops machen Einkaufen riskant. Die Länder wollen mehr Tempo bei der Sperrung gefälschter Seiten – und sehen den Bund in der Pflicht. Auch an E-Ladesäulen wollen sie mehr Verbraucherschutz.
Von
dpa
Potsdam
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Hanka Mittelstädt (SPD), Ministerin für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Brandenburg, leitetet die Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK).

Michael Bahlo/dpa
  • Länder fordern schnelleres Vorgehen gegen Fake-Shops – Bund soll Aktionsplan prüfen.
  • Mittelstädt kritisiert lange Sperrverfahren und fordert bessere Zusammenarbeit der Behörden.
  • Ein Fake-Shop-Finder entdeckt laut Verbraucherzentrale monatlich rund 1.800 betrügerische Shops.
  • An E-Ladesäulen sollen Preise transparenter werden, inklusive möglicher Zusatzgebühren.
  • Länderminister drängen zudem auf ein rasches Verbot elektronischer Einweg-Zigaretten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Verbraucherschutzminister der Länder wollen entschlossener gegen Fake-Shops im Internet vorgehen. Zudem setzen sie sich für ein rasches Verbot von elektronischen Einweg-Zigaretten ein und für transparentere Preise an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, wie sie nach ihrer Verbraucherschutzminister-Konferenz in Potsdam mitteilten. 

Aktionsplan gegen Fake-Shops gefordert

„Fake-Shops verursachen erhebliche finanzielle Schäden bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wir müssen den Schutz vor betrügerischen Angeboten im Internet stärken“, sagte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt (SPD), die den Vorsitz der Konferenz innehat. Sie und ihre Länderkollegen halten einen nationalen Aktionsplan zur leichteren Abschaltung solcher gefälschter Seiten für notwendig. Dabei sehen sie vor allem den Bund in der Verantwortung.

Fake-Shops müssten schneller vom Netz genommen werden, dafür brauche es effektivere Verfahren als bislang, sagte Mittelstädt. Der Bund solle prüfen, wie eine schnellere Abschaltung möglich ist. „Die Länder dürfen nicht allein gelassen werden“, so Mittelstädt.

Auftakt der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) in Potsdam.

Michael Bahlo/dpa

Ministerin: Sperrung von Fake-Shops dauert zu lange

Bislang seien die Verfahren in Deutschland zur Sperrung betrügerischer Seiten zu langwierig und komplex. „Polizei, Justiz, Verbraucherschutz und Cybersicherheit - in Deutschland sind viele verschiedene Stellen zuständig. Um eine effektive Bekämpfung von betrügerischen Webseiten zu beschleunigen, brauchen wir eine bessere Zusammenarbeit“, sagte die brandenburgische Ministerin. Auch Verbraucherzentralen fordern, die Bekämpfung betrügerischer Shops solle bundeseinheitlich geregelt werden. 

Ein Fake-Shop-Finder im Internet deckt laut Verbraucherzentrale jeden Monat rund 1.800 neue betrügerische Online-Shops auf. 

Transparente Preise an E-Ladesäulen gefordert

Die Verbraucherminister kritisierten zudem, dass an Ladesäulen für E-Autos bislang keine Preistransparenz herrsche. Das Tanken eines E-Autos müsse so einfach sein wie das Tanken eines Pkw mit Verbrennermotor, sagte die Verbraucherschutzministerin des Saarlandes, Petra Berg (SPD). „Das bedeutet, ich muss transparent und einfach erkennen können, was mich das Stromtanken nun kostet - und zwar nicht nur der Strom, sondern auch mögliche weitere Gebühren wie Blockier- oder Startzuschläge.“ Komplexe Tarifstrukturen erschwerten einen einfachen Preisvergleich erheblich. 

Bund soll Verbot von E-Zigaretten rasch 

Zudem soll der Bund nach dem Willen der Länderminister ein rasches Verbot elektronischer Einweg-Zigaretten per Gesetz regeln. Die E-Zigaretten seien nicht nur umweltschädlich, sagte Mittelstädt. „Sie werden häufig auch falsch weggeworfen, sodass wir problematische Brände gerade in den entsprechenden Deponien haben.“ Sie führten aber vor allem dazu, dass Jugendlichen - durch Verpackungen, fruchtige Geschmacksrichtungen und eine starke Präsenz in den sozialen Medien - der Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtert werde.