Annalena Baerbock
: Deutschland arbeitet an Hilfskorridor für Gaza über das Meer

Deutschland und Verbündete arbeiten laut Baerbock gemeinsam an einem Hilfskorridor für Gaza über das Meer …
Von
Philipp Staedele
Berlin
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Berlin: Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Außenministerin, äußert sich bei einer Pressekonferenz mit dem Außenminister von Großbritannien, Cameron, beim zweiten deutsch-britischen Strategischen Dialog im Auswärtigen Amt.

Bernd von Jutrczenka/dpa

Deutschland arbeitet gemeinsam mit Verbündeten an einem Hilfskorridor für die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen über den Seeweg.

Hilfe über das Meer für Gaza

Dies geschehe gemeinsam mit der EU und Partnern in der Region, insbesondere mit Zypern und den Vereinigten Arabischen Emiraten, sagte Außenministerin Annalena Baerbock am Donnerstag bei einem Treffen mit ihrem britischen Kollegen David Cameron in Berlin. Zugleich unterstütze man Jordanien und das Welternährungsprogramm dabei, Hilfslieferungen über Gaza abzuwerfen, ergänzte die Bundesaußenministerin.

„Die israelische Regierung muss endlich mehr Grenzübergänge für humanitäre Lieferungen öffnen und sicherstellen, dass diese Hilfe dann auch ankommt“, forderte sie von der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. „Das ist ihre Verantwortung, gerade weil jedes einzelne Hilfspaket zählt.“ Das Leid in Gaza werde mit jedem Tag furchtbarer und sei kaum mehr in Worte zu fassen, sagte Baerbock. „So kann es und darf es nicht weitergehen“, sagte die Grünen–Politikerin.

Baerbock fordert erneut Waffenstillstand in Gaza

Zudem brauche es dringend eine Einigung auf einen sofortigen humanitären Waffenstillstand, forderte Baerbock erneut. Scharfe Kritik übte sie am israelischen Siedlungsbau im Westjordanland. Die jüngste Entscheidung zum Ausbau von Siedlungen müsse zurückgenommen werden. Gleichzeitig mahnte die Bundesaußenministerin, die israelischen Geiseln müssten endlich freigelassen werden. Dass sich die Hamas weigere, Lebenszeichen der Geiseln herauszugeben, zeige, dass es sich um eine Terrororganisation handle.

Cameron bekräftigte die Forderung Baerbocks nach Öffnung weiterer Grenzübergänge in den Gazastreifen: „Wir brauchen 500 Lastwagen am Tag“, sagte der konservative Politiker. Dazu gehöre, mehr Grenzübergänge zu öffnen, weniger Güter abzuweisen und mehr UN–Mitarbeiter in das Gebiet zu lassen. Baerbock und Cameron trafen sich zum zweiten deutsch–britischen Strategischen Dialog, bei dem einmal im Jahr vertieft über die außenpolitische Zusammenarbeit beider Länder gesprochen werden soll.

(mit Material von dpa)