Wenige prominente Persönlichkeiten haben sich in sozialen Medien so erfolgreich gegen US-Präsident Donald Trump profiliert wie der Schriftsteller Don Winslow (66). Bekannt wurde der gebürtige New Yorker durch eine Serie von Romanen über die unbarmherzige Welt der mexikanischen Drogenkartelle. Während der vergangenen Monate sind aber auch Politikinteressierte auf den ehemaligen Privatdetektiv und Reiseleiter aufmerksam geworden, der mit einer Serie von Videos die Verlogenheit des Präsidenten geißelt und schonungslos die Schwachstellen seiner Politik bloßlegt. Finanziert aus der eigenen Tasche.
Winslow befasst sich darin unter anderem mit Trumps Einschüchterungstaktiken und der Warnung davor, dass sein demokratischer Gegner Joe Biden das Recht auf Waffenbesitz abschaffen würde. Dasselbe hätten Republikaner über dessen früheren Chef Barack Obama gesagt. Dabei wurden unter Obama mehr Schusswaffen verkauft als unter Präsident George W. Bush. Bei dem Vorwurf gegenüber Biden handele es sich also ebenso um eine Lüge wie bei der Behauptung, der frühere Vizepräsident wollen der Polizei die Finanzierung entziehen.

Youtube Don Winslow Films & Bruce Springsteen - #AmericaNeedsPennsylvania

„Ich dachte ja, dass Kinder in Käfigen etwas bewirkt hätten“

Auch versucht Winslow, jenen Republikanern ins Gewissen zu reden, die sich der Realität in Trumps Amerika hartnäckig verschließen. In einem „Offenen Brief an Republikaner“ drückt der Erzähler anhand herzzerreißender Bilder sein Erstaunen darüber aus, dass offenbar nicht einmal die abscheulichsten Vorfälle ausreichen, um Trumps Anhänger umzustimmen.
„Ich dachte ja, dass Kinder in Käfigen etwas bewirkt hätten, russische Kopfgelder auf amerikanische Soldaten oder hunderttausende von Todesopfer eines Virus, welche hätte verhindert werden können, etwas ändern würden. Aber ich lag falsch.“
In einem Video, das Winslow zusammen mit der US-Rocklegende Bruce Springsteen produzierte, ziehen der Schriftsteller und der Musiker auch gegen Trumps Wirtschaftspolitik zu Felde. Mit einem Springsteen-Hit untermalt zeigen sie Interviews mit Farmern und Stahlarbeiten aus Pennsylvania, die den Präsidenten vor vier Jahren unterstützen, nun aber sagen, dass sie ihn „nie wiederwählen würden“, weil der Handelskrieg mit China und Einfuhrzölle sie in Existenznot brachten.