Ausgerufenes Kriegsrecht 2024
: Südkoreas Ex-Ministerpräsident muss 23 Jahre ins Gefängnis

Han Duck Soo wurde schuldig gesprochen, beim Ausrufen des Kriegsrechts im Dezember 2024 eine zentrale Rolle gespielt zu haben. Dem damaligen Präsidenten Yoon droht die Todesstrafe.
Von
dpa
Seoul
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Der damalige Übergangspräsident Han Duck-soo spricht während einer Pressekonferenz im Regierungskomplex. Nun ist der 76-Jährige zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Hong Hae-in/Yonhap/dpa
  • Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han Duck Soo erhielt 23 Jahre Haft wegen Kriegsrechtsunterstützung.
  • Han spielte 2024 eine zentrale Rolle im Staatsstreich und akzeptiert das Urteil demütig.
  • Ex-Präsident Yoon Suk Yeol rief 2024 überraschend das Kriegsrecht aus – Todesstrafe wird gefordert.
  • Yoon begründete die Maßnahme mit Schutz vor angeblicher kommunistischer Unterwanderung.
  • Urteil gegen Yoon wird am 19. Februar erwartet – Südkorea vollstreckt Todesstrafen seit 30 Jahren nicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Südkoreas ehemaliger Ministerpräsident Han Duck Soo ist wegen seiner Schlüsselrolle in einem Staatsstreich im Dezember 2024 zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das zentrale Bezirksgericht in Seoul befand, dass Han den damaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol beim Verhängen des Kriegsrechts unterstützte. 

Das erstinstanzliche Urteil fiel mit 23 Jahren deutlich höher aus als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre Haft. Han werde die Entscheidung „demütig akzeptieren“, sagte der 76-Jährige laut dem südkoreanischen Fernsehsender TV Chosun. 

Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für Ex-Präsident Yoon

Am 3. Dezember 2024 hatte der Ex-Präsident Yoon Suk Yeol im Zuge eines Haushaltsstreits mit der Opposition überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Der konservative Politiker begründete die radikale Maßnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas. Zudem warf er der linken Opposition vor, von Kommunisten mit Verbindungen zu China und Nordkorea unterwandert zu sein. Für seine Anschuldigungen legte Yoon keine Beweise vor. 

Die Staatsanwaltschaft fordert wegen des Verdachts des Aufruhrs die Todesstrafe für Yoon. Ein Urteilsspruch dazu ist für den 19. Februar angesetzt. Auch wenn in Südkorea weiterhin die Todesstrafe verhängt wird, wurde diese seit fast 30 Jahren nicht mehr vollstreckt.

Seit dem Sommer wird Südkorea von Präsident Lee Jae Myung regiert, einem links-zentristischen Politiker und langjährigen politischen Rivalen Yoons.