Aufnahmeprogramm
: Afghanen fliegen nach Deutschland

Trotz Stopp des Aufnahmeprogramms dürfen einige Afghanen mit Aufnahmezusage nach Deutschland ausreisen. Wie läuft das Verfahren und warum mussten sie erst vor Gericht ziehen?
Von
dpa
Islamabad
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Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage sind mit einem Linienflug via Istanbul aus der pakistanischen Hauptstadt Islamabad in Hannover ankommen.

Moritz Frankenberg/dpa
  • Afghanen mit Aufnahmezusage reisen von Islamabad nach Hannover über Istanbul ein.
  • Zweiter Flug seit Regierungswechsel: Anfang des Monats kamen 47 Personen nach Deutschland.
  • Aufnahmeprogramm für gefährdete Afghanen wurde im Mai von der Bundesregierung gestoppt.
  • Einige Betroffene klagten erfolgreich auf Einreise, unterstützt von „Kabul Luftbrücke“.
  • Über 2.000 Afghanen warten in Pakistan auf Ausreise, manche wurden festgenommen oder abgeschoben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum zweiten Mal seit dem Regierungswechsel haben sich Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage per Flugzeug von Pakistan nach Deutschland aufgemacht. Wie ein Journalist der Deutschen Presse-Agentur am Flughafen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erfuhr, sollen sie per Linienflug mit Zwischenstopp in Istanbul nach Deutschland gebracht werden. 

Anfang des Monats waren auf diesem Weg bereits 47 Menschen aus verschiedenen deutschen Aufnahmeprogrammen für besonders gefährdete Menschen aus Afghanistan nach Hannover gebracht und später auf die Bundesländer verteilt worden.

Neue Bundesregierung stoppte Aufnahmeprogramm

Viele afghanische Familien harren bereits seit Monaten oder Jahren in Islamabad aus. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen im Mai gestoppt. Neben früheren Ortskräften deutscher Institutionen und ihren Angehörigen sollten über das Programm auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fürchten müssen, etwa weil sie sich in der Vergangenheit als Anwälte oder Journalistinnen für Menschenrechte eingesetzt haben.

Dass trotz des Stopps einige der Betroffenen und ihre Angehörigen nun trotzdem Visa erhalten haben, liegt daran, dass sie in Deutschland geklagt hatten, um ihre Einreise durchzusetzen. Unterstützt werden die Betroffenen dabei teils von der Organisation „Kabul Luftbrücke“.

Aktuell warten mehr als 2.000 Afghanen aus dem deutschen Aufnahmeprogramm in Pakistan auf eine Ausreise nach Deutschland. Manche von ihnen wurden zuletzt in Pakistan festgenommen, einige auch nach Afghanistan abgeschoben.