Attentatsversuch auf Trump
: Hochbegabt und „Lehrer des Monats“ – was über den Verdächtigen bekannt ist

HintergrundBei einem Gala-Dinner mit dem US-Präsidenten fallen Schüsse. Ein Mann wird festgenommen. Was über den mutmaßlichen Angreifer bislang bekannt ist.
Von
afp
Washington/Torrance
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FBI tactical agents clear a path as they prepare to depart the investigation scene near a house associated with the suspected White House Correspondents’ Dinner shooter in Torrance, California, early on April 26, 2026. US Secret Service agents bundled Donald Trump from the stage as shots rang out Saturday evening at a media gala, in what the president later described as an attack by a "would-be assassin." Armed guards opened fire at the gunman who charged through a security checkpoint just outside the ballroom of the hotel where Trump, First Lady Melania Trump, senior government officials and hundreds of other black-tie guests had gathered. (Photo by Patrick T. Fallon / AFP)

FBI-Einsatz am Haus des Verdächtigen in Torrance bei Los Angeles.

PATRICK T. FALLON/AFP
  • Beim Korrespondenten-Dinner mit Donald Trump fielen Schüsse – ein Mann wurde festgenommen.
  • Der Verdächtige soll Cole Tomas Allen, 31, aus Torrance bei Los Angeles sein.
  • Behörden: Er stürmte durch eine Sicherheitskontrolle, war mit Gewehr, Pistole und Messern bewaffnet.
  • Justizminister Todd Blanche: Der Mann habe „Mitglieder der Regierung im Visier“ gehabt.
  • Laut Profilen ist Allen Caltech-Absolvent, Spieleentwickler und „Lehrer des Monats“ bei C2 Education.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ausgeglichen, hochbegabt, „Lehrer des Monats“: Der mutmaßliche Angreifer während des Korrespondenten-Dinners mit US-Präsident Donald Trump in Washington wird von Bekannten und Kollegen alles andere als gewalttätig beschrieben. US-Justizminister Todd Blanche sagte aber, nach ersten Erkenntnissen habe der Mann „Mitglieder der Regierung im Visier“ gehabt.

US-Medien identifizierten den Verdächtigen als den 31-jährigen Maschinenbau-Ingenieur Cole Tomas Allen aus dem US-Bundesstaat Kalifornien. Der Mann mit braunen Haaren und Schnurrbart lebte demnach in Torrance nahe der Westküstenmetropole Los Angeles. Dort betraten nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP Einsatzkräfte am Samstagabend (Ortszeit) ein zweistöckiges Haus. Ein Nachbar sagte dem Sender CNN, er habe Allen vor ein paar Tagen auf dem Grundstück gesehen.

Durch Sicherheitskontrolle in Ballsaal gestürmt

Die US-Behörden machten zunächst keine Angaben zur Identität des Verdächtigen. Trump sagte in einer Pressekonferenz, dass der unmittelbar nach der Tat festgenommene Verdächtige in Kalifornien wohnhaft sei und die Polizei sein Haus durchsuche.

Den Behörden zufolge war am Samstagabend (Ortszeit) ein „einzelner Schütze“ durch eine Sicherheitskontrolle in der Hotellobby des Washingtoner Hilton-Hotels direkt vor dem Ballsaal gestürmt, in dem das Presse-Abendessen mit Trump, seiner Ehefrau Melania und weiteren hochrangigen US-Regierungsmitgliedern stattfand.

Aus der Washingtoner Stadtverwaltung hieß es, der Schütze habe als Gast in dem Hotel logiert und sei mit einem Gewehr, einer Handfeuerwaffe und Messern bewaffnet gewesen. Justizminister Blanche zufolge war der Mann mit dem Zug von Los Angeles über Chicago nach Washington gereist.

Ein Profilbild in dem Karriere-Netzwerk Linkedin mit dem Namen „Cole Allen“ zeigt das Foto eines Mannes, das mit der von Trump geteilten Aufnahme von einer Überwachungskamera des Hotels übereinstimmt. Trump hatte das Foto nach dem Vorfall verbreitet - darauf ist der Verdächtige zu sehen, wie er mit Handschellen gefesselt und dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegt.

Auf seinem Linkedin-Profil gibt Allen an, Ingenieur mit einer Leidenschaft für die Entwicklung von Onlinespielen zu sein und im Großraum Los Angeles zu leben. Sich selbst beschreibt er darin mit den Worten: „Von der Ausbildung her Maschinenbau-Ingenieur und Informatiker, von der Erfahrung her unabhängiger Spieleentwickler, zum Lehrer geboren.“ In dem Profil ist zudem sein Bachelor-Abschluss vom California Institute of Technology (Caltech) vermerkt.

Eigenes Onlinespiel entwickelt

Einem Programm der Hochschul-Abschlussfeier zufolge schloss ein Cole T. Allen aus Torrance 2017 sein Studium am Caltech mit einem Abschluss in Maschinenbau ab. Seinem Profil zufolge war er Mitglied der christlichen Studentenvereinigung Caltech Christian Fellowship und des Nerf Clubs – einer Freizeitaktivität, bei der Spielzeugpistolen zum Einsatz kommen.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Allen ein Foto von sich mit traditioneller Robe und Absolventen-Hut. Dazu erklärte er, er habe einen Master in Informatik an der California State University Dominguez Hills „abgeschlossen“. Allen äußerte sich online zudem über ein von ihm entwickeltes Onlinespiel namens Bohrdom – ein nach seinen Worten „geschicklichkeitsbasiertes, gewaltfreies“ Kampfspiel, „abgeleitet von einem chemischen Modell, das selbst lose auf der Realität basiert“.

Seinem Linkedin-Profil zufolge war Allen zudem als Teilzeitlehrer bei einem auf Prüfungsvorbereitungen spezialisierten Nachhilfeunternehmen namens C2 Education tätig. Laut einem Beitrag im Onlinedienst Instagram von Dezember 2024 ernannte die Firma Allen zum „Lehrer des Monats“.

Nach Informationen des Senders NBC News besuchte Allen die Pacific Lutheran High School in einem Vorort von Los Angeles und war Mitglied des Volleyballteams. Ein ehemaliger Teamkollege beschreibt ihn als „äußerst ausgeglichen“ und „fast schon ein Genie“. Ihm sei das Lernen „einfach zugefallen“, sagt er NBC News. Er sei „wirklich sehr, sehr intelligent“.

Als Wähler war Allen laut der „Los Angeles Times“ ohne Parteizugehörigkeit registriert. Den Unterlagen der Wahlkommission zufolge spendete ein Cole Allen, Lehrer der C2 Education aus Torrance, 25 Dollar für den Wahlkampf der Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris von den Demokraten – die dem Republikaner Trump bei der Wahl 2024 unterlag.

Justizminister Blanche sagte dem Sender CBS, der festgenommene Mann „kooperiert nicht aktiv“ mit den Ermittlern. Am Montag soll er einem Bundesgericht vorgeführt werden.